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Ehemalige Kunden der insolventen Kryptobörse Mt. Gox müssen womöglich noch länger auf ihre Bitcoin (BTC) warten. Der japanische Insolvenzverwalter hat die Frist für die verbleibenden Rückzahlungen erneut um ein Jahr verlängert.
Unterdessen liegen in Wallets, die der Börse zugeordnet werden, noch Bitcoin im Wert von mehreren Milliarden Dollar. Was bedeutet das für den Bitcoin-Kurs?
Mt. Gox zählte einst zu den größten Bitcoin-Börsen der Welt, ging aber 2014 insolvent. Mehr als zwölf Jahre später warten einige ehemalige Kunden noch immer auf ihre Coins.
Insolvenzverwalter Nobuaki Kobayashi teilte am 16. Oktober mit, dass die Frist vom 31. Oktober 2026 auf den 31. Oktober 2027 verschoben wird. Das zuständige japanische Gericht hat der Verlängerung zugestimmt.
Es ist bereits die vierte Verlängerung in Folge. Ursprünglich sollten alle Gläubiger spätestens im Oktober 2023 ihre Rückzahlungen erhalten haben. Seitdem wurde die Frist jedes Jahr verschoben.
Nach Angaben des Insolvenzverwalters haben die meisten Kunden, die alle erforderlichen Schritte korrekt abgeschlossen haben, ihre Guthaben inzwischen weitgehend zurückerhalten.
Bei anderen Geschädigten stehen noch Zahlungen aus. Gründe dafür sind unter anderem fehlende Angaben und Probleme bei der Abwicklung der Auszahlungen.
Wie viele Bitcoin noch ausgezahlt werden müssen, wurde nicht bekannt gegeben. Auch ein konkreter Zeitplan für die verbleibenden Zahlungen fehlt.
Auch Anleger verfolgen die Verzögerung aufmerksam. Nach Angaben des Blockchain-Analyseunternehmens Arkham Intelligence lagen am 30. September noch rund 34.387 BTC in Wallets, die Mt. Gox zugeordnet werden.
Diese Coins hatten zu diesem Zeitpunkt einen Gesamtwert von etwa 2,88 Milliarden Dollar. Welcher Anteil davon noch für Gläubiger vorgesehen ist, bleibt unklar.
Der große Bestand sorgt seit Jahren für Unsicherheit am Kryptomarkt. Viele ehemalige Kunden kauften ihre Bitcoin, als der Kurs nur einen Bruchteil des heutigen Werts betrug.
Für sie könnte die Rückzahlung daher einen enormen Gewinn bedeuten. Sollten viele Geschädigte ihre BTC unmittelbar verkaufen, könnte dies zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen.
Wie viele Kunden tatsächlich verkaufen wollen, ist allerdings ungewiss.
Für den Bitcoin-Kurs könnte sich die erneute Verzögerung kurzfristig günstig auswirken. Durch die Fristverlängerung um ein Jahr erscheint es weniger wahrscheinlich, dass rund um den ursprünglichen Stichtag größere Bestände ausgezahlt werden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Mt. Gox bis Oktober 2027 keine weiteren Bitcoin auszahlen kann. Der Insolvenzverwalter darf auch vorher Zahlungen vornehmen. Das neue Datum legt lediglich fest, bis wann das Verfahren spätestens abgeschlossen sein muss.
Zudem führt eine Rückzahlung nicht automatisch zu einem Verkauf. Einige ehemalige Kunden könnten ihre Bitcoin behalten.
Wie sich die Rückzahlungen letztlich auf den Bitcoin-Kurs auswirken, hängt daher vor allem davon ab, wie viele BTC tatsächlich auf den Markt gelangen und in welchem Zeitraum das geschieht.
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