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Morgan Stanley sieht ein ernstes Risiko für eine Börsenkorrektur innerhalb der nächsten 30 Tage. Bemerkenswert ist jedoch, dass sich die Warnung nicht in erster Linie um künstliche Intelligenz dreht.

Nach Einschätzung von Mike Wilson, Chefstratege für US-Aktien bei Morgan Stanley, liegt die größte Gefahr derzeit beim Öl. Der US-Ölpreis notiert bei über 100 Dollar je Barrel und ist seit Jahresbeginn bereits um fast 80 Prozent gestiegen. Sollte Öl weiter auf 120, 130 oder sogar 140 Dollar zulegen, könnte das dem Markt nach Wilsons Einschätzung Liquidität entziehen.

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Morgan Stanley rät nicht zum Ausverkauf

Wichtig ist: Wilson empfiehlt Anlegern nicht, Aktien in großem Stil zu verkaufen.

Morgan Stanley senkt die Aktienquote nicht, richtet den Fokus aber stärker auf Unternehmen, die aus eigener Kraft viel Cashflow erwirtschaften. Gemeint sind Firmen, die weniger auf externe Finanzierung angewiesen sind und höhere Zinsen besser verkraften können.

Die Zinsen bleiben hoch, Öl belastet die Inflationserwartungen, und die US-Notenbank steht unter Druck, restriktiv zu bleiben. In einem solchen Umfeld zählen Cashflows mehr als Versprechen. Wachstum allein reicht nicht mehr aus.

Coinbase als Finanzinfrastruktur

Auffällig ist, dass Morgan Stanley in der vergangenen Woche die Beobachtung von Coinbase aufgenommen hat.

Die Bank stufte die Aktie neutral ein, setzte das Kursziel aber auf 250 Dollar. Das liegt fast 43 Prozent über dem im Artikel genannten Kurs von 175 Dollar.

Die Begründung ist interessant. Morgan Stanley sieht Coinbase zunehmend weniger als reine Kryptobörse, sondern stärker als Finanzinfrastruktur. Der Handel mit Bitcoin (BTC) trägt inzwischen nur noch etwas mehr als 10 Prozent zum Umsatz bei, verglichen mit mehr als der Hälfte zum Zeitpunkt des Börsengangs.

Damit könnte Coinbase weniger zyklisch sein als früher. Ob diese These trägt, muss sich jedoch erst zeigen, wenn riskante Anlagen tatsächlich unter Druck geraten.

KI-Risiko kommt hinzu

Neben Öl gibt es ein zweites Risiko: künstliche Intelligenz. Nach Handelsschluss am Freitag sprach sich Anthropic-Chef Dario Amodei dafür aus, die Entwicklung der leistungsstärksten KI-Modelle zu verlangsamen. OpenAI-Chef Sam Altman und Elon Musk unterstützten den Vorschlag.

Das setzt den Technologiesektor heute unmittelbar unter Druck; die Branche dürfte mit Verlusten in den Handel starten.

Die bisherigen Ergebnisse für 2026 relativieren jedoch die These, dass KI allein den gesamten Markt trägt. Der klassische S&P 500 und der gleichgewichtete S&P 500 liegen in diesem Jahr jeweils rund 13 Prozent im Plus. Wäre KI tatsächlich der einzige Treiber, müsste der Abstand zwischen beiden Indizes deutlich größer sein.

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