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Die Menge an Ethereum (ETH), die zur Freigabe aus dem Staking angemeldet ist, hat sich innerhalb weniger Tage mehr als verfünffacht. Damit erreichte die Warteschlange ihren bisherigen Höchststand im Jahr 2026. Hinter dem sprunghaften Anstieg steckt offenbar keine breite Panik unter Anlegern. Eine wesentliche Rolle spielt ein Sicherheitsvorfall bei MetaMask.

Am 29. September warteten rund 166.000 ETH auf die Freigabe aus dem Staking. Drei Tage später waren es bereits etwa 851.000 ETH. Das entspricht fast zwei Prozent der 43,6 Millionen ETH, die zu diesem Zeitpunkt im Staking gebunden waren. Der neue Höchststand liegt zudem deutlich über dem bisherigen Spitzenwert von rund 476.000 ETH im Mai.

Ethereum im Wert von über 2 Milliarden Dollar wartet auf Staking-Ausstieg

Am Montagmorgen befanden sich weiterhin rund 786.000 ETH in der Warteschlange. Zum damaligen Ethereum-Kurs entsprach das etwas mehr als 2 Milliarden Dollar. Wer seine ETH aus dem Staking abziehen wollte, musste mit einer Wartezeit von knapp 14 Tagen rechnen.

Die lange Wartezeit ergibt sich aus den Regeln für das Staking auf Ethereum. ETH-Besitzer können ihre Coins hinterlegen und damit zur Absicherung des Netzwerks beitragen. Dafür erhalten sie eine Vergütung. Als Validatoren bezeichnet man die Rechner, die Transaktionen prüfen und den Betrieb des Netzwerks gewährleisten.

Ethereum begrenzt bewusst, wie viele Validatoren gleichzeitig ihren Betrieb aufnehmen oder beenden können. Das soll verhindern, dass große, abrupte Veränderungen die Stabilität und Sicherheit des Netzwerks beeinträchtigen.

Nach den derzeit geltenden Grenzen können pro Tag rund 57.600 ETH neu ins Staking eingebracht werden. Etwa dieselbe Menge kann täglich ausscheiden. Wenn für Hunderttausende ETH gleichzeitig der Ausstieg beantragt wird, wächst die Warteschlange entsprechend schnell.

Auch nach Ablauf dieser Wartezeit sind die ETH nicht sofort verfügbar. Es folgt ein gesonderter Auszahlungsprozess, bevor die Besitzer wieder uneingeschränkt über ihre Coins verfügen können.

Gleichzeitig lässt das Interesse an neuen Staking-Einlagen etwas nach. Am Montag warteten rund 1,5 Millionen ETH im Wert von etwa 4 Milliarden Dollar darauf, ins Staking aufgenommen zu werden. Die geschätzte Wartezeit lag bei rund 25 Tagen.

Anfang September waren es noch etwa 2 Millionen ETH bei einer Wartezeit von rund 35 Tagen. Damit warten weiterhin mehr ETH auf den Einstieg ins Staking als auf den Ausstieg.

MetaMask legt Tausende Ethereum-Validatoren still

Der sprunghafte Anstieg der Ausstiegsanträge hängt vor allem mit MetaMask zusammen. Das Unternehmen ist insbesondere für seine Krypto-Wallet bekannt, betreibt aber auch Validatoren für Lido. Die Plattform bündelt ETH verschiedener Nutzer und setzt sie für das Staking ein.

Nach einem Sicherheitsvorfall kündigte MetaMask am 30. September an, betroffene Validatoren vorsorglich außer Betrieb zu nehmen.

Nach Schätzung des Ethereum-Sicherheitsforschers Kaden handelt es sich um rund 17.000 Validatoren, die zusammen etwa 523.000 ETH verwalten sollen. MetaMask hat diese Zahlen bislang nicht bestätigt.

Einen Tag später veröffentlichte das Unternehmen weitere Informationen. Demnach gab es keine Hinweise darauf, dass Wallets oder Kundenguthaben von dem Vorfall betroffen waren.

Die lange Warteschlange bedeutet daher nicht automatisch, dass Anleger Hunderttausende ETH verkaufen oder dauerhaft aus dem Staking abziehen. Ein erheblicher Teil scheint auf die technische Umstellung bei den MetaMask-Validatoren zurückzugehen.

Lido erwartet erneutes Staking eines Großteils der betroffenen ETH

Lido geht davon aus, dass ein Großteil der betroffenen ETH später erneut für das Staking eingesetzt wird. Dafür müssen die betroffenen Validatoren zunächst vollständig abgeschaltet werden. Anschließend können die ETH ausgezahlt und über andere Validatoren wieder ins Staking eingebracht werden.

Der gesamte Prozess kann laut Lido rund 45 Tage dauern. Solange die Validatoren außer Betrieb sind, erwirtschaften sie keine Staking-Erträge.

Für Lido-Nutzer besteht unterdessen kein Handlungsbedarf. Halter von stETH müssten nichts unternehmen, teilte die Plattform mit. stETH steht für Lido Staked Ether und repräsentiert ETH, die Nutzer über Lido im Staking hinterlegt haben.

Lido erwartet, dass die letzten betroffenen MetaMask-Validatoren spätestens am 7. Oktober ihren Staking-Betrieb einstellen. Danach können die zugehörigen ETH den Auszahlungsprozess durchlaufen und schließlich über andere Validatoren erneut eingesetzt werden.

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