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Milliardär Chamath Palihapitiya warnt davor, dass Bitcoin (BTC) künftig gehackt werden könnte. Der Kurs könnte dadurch vollständig einbrechen.
Nach Einschätzung des bekannten Investors stellen die Fortschritte bei künstlicher Intelligenz und Quantencomputern ein wachsendes Risiko für die Sicherheit von Bitcoin dar.
Damit vollzieht Palihapitiya einen bemerkenswerten Kurswechsel. Zuvor hatte er noch einen möglichen Anstieg des Bitcoin-Kurses auf 200.000 Dollar prognostiziert.
Im Moonshots-Podcast vom 21. Oktober warnte Palihapitiya, dass sich die Sicherheitsmechanismen von Bitcoin künftig möglicherweise überwinden lassen. Fortschritte bei künstlicher Intelligenz und Quantencomputern könnten seiner Einschätzung nach weitreichende Folgen für die Kryptowährung haben.
Er rechne damit, dass Kryptowährungen irgendwann gehackt würden und ihr Wert anschließend auf null falle, sagte der Milliardär.
Ein erfolgreicher Angriff könnte seiner Ansicht nach das Vertrauen in Bitcoin schwer beschädigen. Vor allem ältere Wallets, darunter möglicherweise auch jene des Bitcoin-Erfinders Satoshi Nakamoto, könnten gefährdet sein, sobald Quantencomputer leistungsfähig genug sind, um die heutigen Sicherheitsmechanismen zu überwinden.
Palihapitiya bezweifelt zudem, dass Bitcoin rechtzeitig angepasst werden kann. Um solche Angriffe zu verhindern, müsste das Netzwerk auf quantenresistente Sicherheitsverfahren umstellen. Dafür wäre ein breiter Konsens innerhalb der Bitcoin-Gemeinschaft erforderlich.
Genau darin sieht der Investor ein großes Problem. Entwickler, Miner und andere Beteiligte könnten sich seiner Einschätzung nach nur schwer auf tiefgreifende Änderungen am Netzwerk verständigen.
Seine Zweifel haben sich auch auf seine eigenen Anlagen ausgewirkt. Nach eigenen Angaben hält Palihapitiya inzwischen keine Bitcoin mehr direkt. Stattdessen hat er sich für Anteile an der Digital Currency Group entschieden, einer Investmentgesellschaft, die in der Kryptobranche tätig ist.
Darüber hinaus bezweifelt er, dass Bitcoin für Zentralbanken und andere große Finanzinstitutionen geeignet ist. Weil Transaktionen auf der Blockchain öffentlich einsehbar sind, bietet Bitcoin seiner Ansicht nach nicht genügend Privatsphäre für Akteure, die ihre Finanzaktivitäten nicht vollständig offenlegen wollen.
Palihapitiyas Warnung deckt sich mit den Ergebnissen einer aktuellen Untersuchung von Google Quantum AI. Forscher stellten im März fest, dass künftige Quantencomputer möglicherweise deutlich weniger Rechenleistung benötigen, um bestimmte Sicherheitsverfahren zu knacken, als bislang angenommen.
Laut der Studie ließe sich die von Bitcoin verwendete Kryptografie unter bestimmten Bedingungen mit weniger als 500.000 physischen Qubits überwinden. Das wäre etwa ein Zwanzigstel des bislang geschätzten Bedarfs. Qubits sind die grundlegenden Recheneinheiten von Quantencomputern, die bestimmte Berechnungen deutlich schneller ausführen können als herkömmliche Computer.
Das bedeutet nicht, dass Bitcoin derzeit durch einen solchen Angriff gefährdet ist. Quantencomputer sind noch nicht leistungsfähig genug, um die Sicherheitsmechanismen des Netzwerks auf diese Weise zu überwinden. Die Untersuchung unterstreicht jedoch, weshalb sich Bitcoin auf diese Entwicklung vorbereiten muss.
Eine Analyse des Blockchain-Analyseunternehmens Glassnode zeigt, dass rund 6,04 Millionen BTC potenziell für künftige Quantenangriffe anfällig sind. Das entspricht mehr als 30 Prozent aller bislang ausgegebenen Bitcoin. Bei diesen Coins sind die öffentlichen Schlüssel bereits auf der Blockchain sichtbar.
Mit einem ausreichend leistungsfähigen Quantencomputer könnten Angreifer theoretisch aus einem solchen öffentlichen Schlüssel den zugehörigen privaten Schlüssel ableiten. Damit könnten sie Zugriff auf die betreffenden Bitcoin erhalten.
Eine separate Untersuchung schätzt, dass sogar rund sieben Millionen BTC diesem Risiko ausgesetzt sein könnten. Derzeit lassen sich diese Coins auf diesem Weg allerdings nicht stehlen. Dafür müssten Quantencomputer erheblich leistungsfähiger werden.
Unter Fachleuten ist umstritten, wann Quantencomputer tatsächlich zur Bedrohung für Bitcoin werden könnten. Analysten von Bernstein warnten bereits, dass Kryptonetzwerken möglicherweise nur noch drei bis fünf Jahre bleiben, um ihre Sicherheitsverfahren anzupassen. Andere Experten gehen dagegen davon aus, dass leistungsfähige Quantenangriffe erst in mehreren Jahrzehnten möglich sein werden.
Auch künstliche Intelligenz kann nach Palihapitiyas Einschätzung das Risiko erhöhen. Immer leistungsfähigere KI-Systeme könnten dabei helfen, Schwachstellen in Software und Sicherheitsverfahren aufzuspüren. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie die Sicherheitsmechanismen von Bitcoin bereits heute überwinden können.
Bislang fehlt Hackern die Technologie, um die zugrunde liegende Kryptografie zu knacken und dadurch Bitcoin in großem Umfang zu stehlen. Zudem sind nicht alle Wallets gleichermaßen anfällig. Laut Glassnode können Nutzer bestimmte Risiken verringern, indem sie ihre Bitcoin auf neue Adressen übertragen, deren öffentlicher Schlüssel noch nicht sichtbar ist.
In den kommenden Jahren muss Bitcoin daher besser gegen Quantencomputer abgesichert werden. Dafür sind Änderungen am Netzwerk erforderlich, auf die sich Entwickler, Miner und Nutzer verständigen müssen.
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