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Microsoft steuert auf sein schlechtestes Quartal seit der Finanzkrise 2008 zu. Die Aktie verlor im ersten Quartal 24 Prozent und ist damit der schwächste Performer innerhalb der Magnificent Seven. Gleichzeitig belasten zwei AI-bezogene Sorgen das Anlegervertrauen.
Microsoft investiert massiv in AI-Infrastruktur. Die Kapitalaufwendungen sollen im Geschäftsjahr 2026 auf 146 Milliarden Dollar steigen, ein Anstieg von 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den darauffolgenden Jahren wird sogar eine weitere Zunahme auf 170 und 191 Milliarden Dollar erwartet.
Anleger wollen jetzt Ergebnisse sehen, doch die bleiben vorerst aus. Die Azure-Cloud-Sparte, eine wichtige Wachstumsquelle, verzeichnete im letzten Quartal sogar eine leichte Verlangsamung. Auch Copilot, der AI-Assistent von Microsoft, konnte noch keinen breiten Durchbruch erzielen.
Um dies zu ändern, hat das Unternehmen kürzlich seine AI-Aktivitäten neu strukturiert. Damit versucht Microsoft, die Leistung seiner AI-Produkte zu verbessern und das Wachstum erneut anzukurbeln.
Gleichzeitig wächst die Sorge, dass AI-Startups wie Anthropic und OpenAI das Geschäftsmodell von Microsoft untergraben. Diese Unternehmen entwickeln immer leistungsfähigere AI-Lösungen, die traditionelle Software teilweise ersetzen könnten. Dadurch droht das Risiko, dass Unternehmen Microsoft umgehen und direkt mit AI-Anbietern zusammenarbeiten.
Das könnte Auswirkungen auf Preise und Margen haben. Wenn Kunden weniger von Microsoft-Software abhängig werden, schwächt dies die Verhandlungsposition des Unternehmens.
Laut Jonathan Cofsky von Janus Henderson Investors ist Microsoft dadurch wesentlich kapitalintensiver geworden. Für eine Erholung der Aktie ist es entscheidend, dass Anleger das Vertrauen in das Wachstum der Software-Sparte bewahren. Sobald dieser Glaube schwindet, gerät auch das Sentiment rund um die Aktie weiter unter Druck.
Die jüngste Verkaufswelle hat Microsoft auf ein bemerkenswert niedriges Bewertungsniveau gedrückt. Die Aktie wird zu weniger als dem 20-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, dem niedrigsten Niveau seit 2016. Damit liegt die Bewertung sogar vorübergehend unter der des breiten S&P 500, was seit 2015 nicht mehr vorgekommen ist.
Trotzdem bleibt das Vertrauen der Analysten groß. Von 67 Analysten empfehlen 63 den Kauf der Aktie. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 592 Dollar, was auf ein Aufwärtspotenzial von über 60 Prozent hindeutet. Das ist die höchste erwartete Rendite seit Jahren.
Die Meinungen an der Wall Street gehen stark auseinander. Analyst Ben Reitzes von Melius Research gibt eine Halteempfehlung und warnt, dass die Probleme rund um Copilot und Microsofts eigene AI-Modelle nicht schnell verschwinden werden. Seiner Einschätzung nach werden diese Herausforderungen in den kommenden Quartalen anhalten.
Auf der anderen Seite steht Tal Liani von Bank of America, der die Aktie erneut mit einer Kaufempfehlung verfolgt. Er verweist auf die starke Position von Microsoft im Bereich Cloud und AI und erwartet, dass diese langfristig für stabiles Wachstum sorgen wird.
Jake Seltz von Allspring Global Investments sieht vor allem die Spannung zwischen kurz- und langfristigen Perspektiven. Seiner Meinung nach bietet die Aktie klaren Wert für die Zukunft, doch die aktuelle Situation erfordert Geduld von Anlegern, die einsteigen möchten.
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