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Micron hat am Mittwochabend Geschäftszahlen vorgelegt, die kaum Zweifel an der starken Nachfrage nach Speicherchips für KI-Anwendungen lassen.
Umsatz und Gewinn übertrafen die Erwartungen, die Prognosen wurden angehoben. Zugleich gehen Kunden immer größere finanzielle Verpflichtungen ein, um sich künftige Lieferungen zu sichern.
Noch wichtiger: Micron rechnet damit, dass sich das Angebot an Speicherchips 2027 und 2028 weiter verknappt. Das ist ein starkes Signal für den gesamten KI-Investitionszyklus.
Microns Kunden haben ihre finanziellen Verpflichtungen aus langfristigen Lieferverträgen von 22 Milliarden auf 32 Milliarden Dollar erhöht. Der größte Teil davon entfällt auf Anzahlungen.
Die Kunden bekunden also nicht nur Interesse an künftigen Chipkäufen. Sie zahlen bereits jetzt, um sich Produktionskapazitäten zu sichern. Der noch ausstehende, vertraglich zugesicherte Umsatz stieg unterdessen von rund 100 Milliarden auf 150 Milliarden Dollar.
Nach Angaben von Micron sind Speicherchips inzwischen der größte Engpass beim weiteren Ausbau von KI-Rechenzentren – noch vor der Stromversorgung und herkömmlichen Prozessoren.

Besonders wichtig ist High Bandwidth Memory, kurz HBM, da Nvidias Grafikprozessoren enorme Datenmengen in kürzester Zeit verarbeiten müssen.
Für den Großteil seiner HBM-Produktion im Jahr 2027 hat Micron bereits Vereinbarungen getroffen. Die Knappheit dürfte sich damit eher verschärfen als entspannen.

Für das kommende Quartal erwartet Micron einen Umsatz von rund 61,5 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit etwa 57 Milliarden Dollar gerechnet. Auch der prognostizierte bereinigte Gewinn je Aktie liegt mit 38,15 Dollar deutlich über der Konsensschätzung von 35,40 Dollar.
Auch das abgelaufene Quartal fiel stark aus. Der Umsatz stieg auf 54,23 Milliarden Dollar. Das war mehr als das Vierfache des Vorjahreswerts und übertraf die erwarteten 51,07 Milliarden Dollar.
Micron rechnet zudem für 2027 mit einem weiteren Rekordjahr und Umsatzwachstum in jedem Quartal.
Micron versucht unterdessen, seine Kapazitäten so schnell wie möglich auszubauen. Bis 2035 will das Unternehmen mehr als 250 Milliarden Dollar in den USA investieren. Auch in Japan entstehen zusätzliche Produktionskapazitäten.
Der Bau neuer Fabriken braucht jedoch Zeit. Die ersten Wafer aus den neuen Anlagen werden erst gegen Mitte 2027 erwartet. Anschließend dürfte es noch mehrere Quartale dauern, bis die Produktion einen nennenswerten Umfang erreicht. Die Knappheit könnte daher vorerst anhalten.
Auf solche Quartalszahlen hatten Anleger gewartet. In den vergangenen Wochen wurde intensiv darüber diskutiert, ob die enormen KI-Investitionen letztlich nachlassen könnten.
Microns Zahlen deuten vorerst auf das Gegenteil hin. Die Bestellungen übersteigen die verfügbaren Kapazitäten, Kunden leisten Vorauszahlungen in Milliardenhöhe. Zugleich erwartet das Unternehmen, dass sich das Angebot 2027 und 2028 weiter verknappt.
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