MetaMask hat nach einem Sicherheitsvorfall vorsorglich Tausende Validatoren aus dem Ethereum-Netzwerk abgezogen. Laut dem Sicherheitsforscher Kaden handelt es sich um rund 17.000 Validatoren, bei denen insgesamt mehr als eine halbe Million Ethereum (ETH) hinterlegt sind.

Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass diese ETH gestohlen werden können. Der Forscher stellte jedoch fest, dass die Belohnungen mehrerer Validatoren an eine unbekannte Wallet-Adresse überwiesen wurden.

Ethereum-Belohnungen an unbekannte Wallet umgeleitet

Kaden entdeckte verdächtige Aktivitäten bei Validatoren, die von MetaMask betrieben werden. Von den 19 untersuchten Validatoren, die Vergütungen für die Erstellung von Blöcken erhielten, leiteten 18 diese Zahlungen an eine unerwartete Adresse weiter.

Auf diese Weise wurden schätzungsweise 0,36 ETH umgeleitet. Wie die Zieladresse dieser Zahlungen geändert werden konnte, ist noch unklar.

Laut Kaden lässt MetaMask deshalb vorsorglich rund 17.000 Validatoren aus dem Ethereum-Netzwerk ausscheiden. Bei diesen Validatoren sollen etwa 523.000 ETH hinterlegt sein. MetaMask hat bislang keine der beiden Zahlen bestätigt.

Das Unternehmen bestätigt jedoch, dass ein Teil seiner Infrastruktur von einem Sicherheitsvorfall betroffen ist. Für Nutzer regulärer MetaMask-Wallets wurde nach Unternehmensangaben keine unmittelbare Bedrohung festgestellt.

Sind die 523.000 ETH vor Diebstahl geschützt?

Die Höhe des Betrags mag beunruhigend wirken. Ein Angreifer kann jedoch nicht ohne Weiteres auf die hinterlegten ETH zugreifen.

Beim Staking werden ETH zur Absicherung des Ethereum-Netzwerks hinterlegt. Die Belohnungen können an eine andere Adresse ausgezahlt werden als diejenige, an die später die ursprünglich hinterlegten ETH zurückfließen.

Wer die Zieladresse der Belohnungen ändern kann, hat deshalb nicht automatisch Zugriff auf die hinterlegten ETH. MetaMask erklärt zudem, nicht über die Schlüssel zu verfügen, mit denen Kunden ihre im Staking hinterlegten ETH abheben können.

Allerdings besteht das Risiko von Slashing, wenn betroffene Validatoren gegen die Netzwerkregeln verstoßen. Dabei kann ein Teil der hinterlegten ETH verloren gehen. Bislang gibt es keine Meldungen, dass dies bei den betroffenen Validatoren geschehen ist.

MetaMask-Validatoren droht wochenlanger Ausfall von Staking-Erträgen

Der Rückzug der Validatoren kann dennoch finanzielle Folgen haben. Lido bestätigt, dass Validatoren von MetaMask Staking begonnen haben, aus seinem Protokoll auszuscheiden.

Anschließend müssen die freigegebenen ETH erneut für das Staking hinterlegt werden. Aufgrund der Warteschlangen im Ethereum-Netzwerk kann dieser Vorgang laut Lido etwa 45 Tage dauern. In dieser Zeit können Staking-Erträge ausfallen.

Für Inhaber von Lido Staked Ether (stETH) ändert sich laut Lido nichts. Sie müssen selbst nichts unternehmen.

MetaMask untersucht weiterhin, wie es zu dem Sicherheitsvorfall kommen konnte. Auch die genannten Zahlen von 17.000 Validatoren und 523.000 ETH hat das Unternehmen noch nicht offiziell bestätigt.

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