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Die Aktie des Barbie-Herstellers Mattel ist am Donnerstag nach Berichten über ein mögliches Übernahmeinteresse der Authentic Brands Group kräftig gestiegen. Anleger reagierten unmittelbar auf die Übernahmegerüchte. Im Handelsverlauf legte die Aktie um mehr als 25 Prozent zu und schloss mit einem Plus von 18,8 Prozent.
Der plötzliche Kursanstieg kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt. Mattel hat bislang ein schwieriges Börsenjahr hinter sich. Erst einen Tag zuvor hatte der Konzern den Abschied von Unternehmenschef Ynon Kreiz bekannt gegeben.
Laut The Wall Street Journal hat die Authentic Brands Group Mattel wegen einer möglichen Übernahme kontaktiert. Das Unternehmen soll bereit sein, mehr als 20 Dollar je Aktie zu zahlen.
Eine verbindliche Vereinbarung gibt es bislang nicht. Mattel wollte sich zu den Berichten nicht näher äußern. Ein Sprecher erklärte gegenüber Barron’s, das Unternehmen kommentiere grundsätzlich keine Marktgerüchte oder Spekulationen.
Anleger warteten eine mögliche Bestätigung nicht ab. Die Aktie stieg am Donnerstag im Handelsverlauf auf 17,23 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Ende Februar. Später gab sie einen Teil der Gewinne wieder ab und schloss bei 15,04 Dollar. Das entsprach einem Plus von 18,8 Prozent und dem höchsten Schlusskurs seit März.
Der Kurschart zeigt den abrupten Richtungswechsel deutlich. Nachdem die Aktie eine Zeit lang um 12,50 Dollar notiert hatte, legte sie innerhalb kurzer Zeit kräftig zu.
Die Übernahmegerüchte folgen kurz auf einen wichtigen Wechsel an der Konzernspitze. Einen Tag zuvor war die Mattel-Aktie noch um vier Prozent gefallen, nachdem der Abschied von Ynon Kreiz als Verwaltungsratsvorsitzender und Konzernchef bekannt geworden war.
Kreiz wechselt zu Paramount, wo er nach dem Zusammenschluss mit Warner Bros. Discovery eine hochrangige Führungsposition übernehmen soll. Roger Lynch, seit 2018 Mitglied des Mattel-Verwaltungsrats, übernimmt ab Freitag dessen Vorsitz. Spätestens Anfang November folgt er Kreiz auch als Konzernchef nach.
Der Führungswechsel fällt in eine Phase, in der Mattel wieder auf Wachstumskurs kommen will. Kreiz zeigte sich Anfang dieser Woche auf einer Konferenz von Goldman Sachs sehr zuversichtlich, dass das Unternehmen dauerhaft wachsen werde. Mattel geht zudem davon aus, seine eigenen Finanzziele zu erreichen.
Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet Mattel mit einem Gewinn von 1,27 bis 1,39 Dollar je Aktie. Analysten an der Wall Street erwarten im Durchschnitt 1,59 Dollar. Der Umsatz soll nach Angaben von Mattel um drei bis sechs Prozent steigen.
Der Kursanstieg vom Donnerstag gleicht die Verluste des schwachen Börsenjahres noch nicht aus. Seit Jahresbeginn liegt die Mattel-Aktie weiterhin fast 20 Prozent im Minus. Damit droht 2026 das schlechteste Börsenjahr seit 2018 zu werden, als die Aktie 35 Prozent verlor.
Über die vergangenen zwölf Monate beträgt das Minus noch fast acht Prozent. Ein mögliches Angebot von mehr als 20 Dollar je Aktie würde daher einen deutlichen Aufschlag auf den jüngsten Börsenkurs bedeuten.
Bislang handelt es sich lediglich um Übernahmegerüchte. Ob Authentic Brands tatsächlich ein formelles Angebot für Mattel vorlegt, ist noch nicht bekannt.
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