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Der Kupferpreis erreichte gestern in New York ein neues Rekordhoch. Die Sorge vor US-Importzöllen und sinkende Lagerbestände in China treiben das rote Metall.
Die Rally der vergangenen Wochen hat auch den weltbekannten „Big Short“-Investor Michael Burry angelockt. Heute gibt der Preis wegen eines stärkeren Dollars nach, doch Burry richtet den Blick auf die kommenden Jahre.
gerade jetzt ein – mit einem Blick, der Jahre vorausreicht.
An der US-Terminbörse Comex stieg Kupfer am Dienstag auf den Rekordwert von 6,9285 Dollar je Pfund, also rund 454 Gramm.

An der London Metal Exchange (LME), der maßgeblichen Referenzbörse für den Weltmarkt, legte Kupfer den sechsten Handelstag in Folge auf 14.748,50 Dollar je Tonne zu. Das Rekordhoch vom 10. September liegt bei 14.875 Dollar.
Umgerechnet liegt der Kupferpreis in New York bei rund 15.270 Dollar je Tonne und damit mehr als 500 Dollar über dem Londoner Niveau. Diese Prämie ist eine Wette auf Donald Trump.
Händler erwarten, dass der US-Präsident Importzölle auf raffiniertes Kupfer einführt. Deshalb liefern sie so viel Metall wie möglich in die Vereinigten Staaten, wodurch es andernorts knapp wird.
In China decken sich Hersteller vor den Feiertagen Anfang Oktober mit Kupfer ein. Die Lagerbestände in Shanghai fielen laut Shanghai Metals Market auf 43.900 Tonnen, den niedrigsten Stand seit 2023.
Am Morgen gab der Kupferpreis in London um bis zu 0,8 Prozent nach. Gegen 5.30 Uhr deutscher Zeit notierte das Metall bei 14.650 Dollar je Tonne.
Vertreter der US-Notenbank, darunter Tom Barkin von der regionalen Fed in Richmond, warnen vor hartnäckiger Inflation.
Für Kupfer wirkt das doppelt belastend. Höhere Zinsen stärken den Dollar und machen Kupfer damit für Käufer außerhalb der USA teurer. Zugleich dämpfen höhere Finanzierungskosten die Nachfrage nach Industriemetallen.
Auch die These vom Angebotsdefizit hat eine Kehrseite. Minen produzierten im ersten Halbjahr 1,1 Prozent weniger, bei raffiniertem Kupfer gab es laut International Copper Study Group jedoch einen Überschuss von rund 131.000 Tonnen.
Das Problem ist vor allem die Verteilung der Bestände.
Michael Burry, bekannt durch seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt im Jahr 2008, erwartet, dass neue Minen mit der Kupfernachfrage nicht Schritt halten. Deshalb kaufte er Aktien von Ero Copper (ERO), einem Kupfer- und Goldproduzenten in Brasilien.
Auf seinem Substack grenzt er sich vom Gedränge um KI-Aktien ab, sieht Kupfer aber als stillen Gewinner. Die Akteure dieses Booms würden sehr viel Kupfer benötigen, schrieb er.
Er stützt sich dabei auf Torsten Slok, Chefökonom des Vermögensverwalters Apollo. Große Funde mit mindestens 500.000 Tonnen gingen von mehr als zehn pro Jahr auf ein bis zwei zurück. 2025 gab es keinen einzigen.
Burry zufolge dauert es rund 18 Jahre, bis eine neue Lagerstätte Kupfer liefert, während die Nachfrage aus KI-Rechenzentren bereits innerhalb von zwei bis drei Jahren entsteht.
Burry räumt allerdings ein, dass ein Teil der Rally auf eine vorübergehende Angebotsunterbrechung zurückgeht. Ero legte am Dienstag nach Bekanntwerden seines Einstiegs dennoch um mehr als 7 Prozent zu.
In dieser Woche richten Händler den Blick auf das Treffen zwischen Trump und Chinas Präsident Xi Jinping. Für den Kupferpreis zählt vor allem die Zollfrage: Kommt der Zoll nicht, entfällt der Anreiz, Metall in die USA zu bringen, und die Prämie in New York dürfte zurückgehen.
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