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Die Kryptobörse Kraken plant einen bemerkenswerten Vorstoß ins klassische Bankgeschäft. Ihr Mutterkonzern Payward hat eine Vereinbarung zur Übernahme einer europäischen Bank geschlossen. Damit könnte Kraken künftig neben Kryptodienstleistungen auch klassische Bankprodukte wie Sparkonten, Kredite und Zahlungskarten anbieten. Sollte die Übernahme zustande kommen, wäre es laut Financial Times das erste Mal, dass ein Kryptounternehmen eine Bank in Europa kauft.
Payward, der Mutterkonzern von Kraken, will die litauische Saldo Bank übernehmen. Die Bank verfügte Ende 2025 über Vermögenswerte von rund 163,9 Millionen Euro.
Mit dem Kauf erhält Payward Zugang zu einer europäischen Banklizenz. Damit könnte das Unternehmen sein Angebot erheblich ausbauen.
Kraken konzentriert sich derzeit vor allem auf den Handel mit Kryptowährungen. Durch die Übernahme könnte die Börse auch klassische Finanzprodukte anbieten. Dazu zählen verzinste Sparkonten, Kredite, Zahlungskarten und Zahlungen in Euro.
Die Kryptobörse würde damit zunehmend die Funktionen einer klassischen Bank übernehmen. Zugleich hätten Kunden weiterhin Zugang zu Kryptodienstleistungen.
Die Übernahme ist noch nicht abgeschlossen. Zunächst müssen die Aufsichtsbehörden zustimmen. Der Abschluss der Transaktion wird für 2027 erwartet.
Der geplante Kauf zeigt, wie die Grenzen zwischen der Kryptobranche und dem klassischen Bankwesen zunehmend verschwimmen.
Kryptobörsen erweitern ihr Angebot schon länger über den Kauf und Verkauf digitaler Coins hinaus. Mit einer eigenen Banklizenz könnte Payward nun regulierte Bankprodukte direkt anbieten.
Das könnte vor allem in Europa interessant sein. Eine europäische Banklizenz eröffnet Möglichkeiten, Finanzdienstleistungen innerhalb der Europäischen Union auszuweiten. Dabei gelten allerdings weiterhin verschiedene gesetzliche und aufsichtsrechtliche Anforderungen.
Laut Financial Times würde Payward mit der Übernahme Geschichte schreiben: Noch nie zuvor habe ein Kryptounternehmen eine Bank in Europa gekauft.
Ob Kraken tatsächlich alle geplanten Bankdienstleistungen anbieten kann, hängt von der Zustimmung der Aufsichtsbehörden und der weiteren Umsetzung der Übernahme ab.
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