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Die Kryptoplattform Hyperliquid, bekannt für ihren eigenen Coin HYPE, kommt dem US-Markt einen Schritt näher. Gestern bestätigte das Unternehmen, dass die Muttergesellschaft der Kryptobörse Kraken als erster regulierter Anbieter eigene Märkte auf dem Netzwerk einrichten darf.
Direkten Zugang zu Hyperliquid erhalten US-Nutzer damit allerdings nicht. Genau diese Trennung macht das Vorhaben möglich.
Hyperliquid teilte auf X mit, dass Payward als erster Anbieter mit einer US-Lizenz eigene Märkte auf der Plattform eröffnen darf. Die Lizenz stammt von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), der US-Aufsichtsbehörde für den Handel mit Terminkontrakten.
Payward hatte seine Pläne bereits Mitte September angekündigt. Nun unterstützt auch Hyperliquid das Vorhaben offiziell. Im August hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, CFTC-Chef Mike Selig arbeite an einer Lösung, die Hyperliquid einen vollständig rechtskonformen und regulierten Zugang zum US-Markt ermöglichen soll.
Hyperliquid ist sowohl eine eigene Blockchain als auch eine darauf betriebene, gleichnamige Handelsplattform, auf der Anleger auf Kursbewegungen spekulieren. Die Nutzer handeln direkt miteinander. Sämtliche Transaktionen werden öffentlich dokumentiert.
Die Märkte von Payward entstehen nicht auf dieser Handelsplattform, sondern unabhängig davon auf derselben Blockchain. Möglich macht das HIP-3, ein Upgrade, mit dem andere Unternehmen eigene Handelsmärkte auf der Hyperliquid-Blockchain einrichten können.
Hyperliquid stellt damit die Infrastruktur bereit und betreibt zugleich die größte Handelsplattform darauf. Über HIP-3 können weitere Unternehmen auf dieser Infrastruktur eigene Angebote aufbauen.
Bisher standen diese Märkte allen Nutzern offen. Neu ist, dass Betreiber den Zugang über eine sogenannte Allowlist beschränken können. Handeln dürfen dann nur ausdrücklich zugelassene Nutzer.
Die Funktion läuft derzeit im Testnet. In dieser Testumgebung erproben Entwickler neue Funktionen, ohne echtes Geld einzusetzen.
Auf den Märkten von Payward sollen Perpetual Futures gehandelt werden. Mit diesen Kontrakten können Anleger auf steigende oder fallende Kurse setzen, ohne den jeweiligen Coin zu kaufen. Da die Kontrakte keine feste Laufzeit haben, lassen sich Positionen grundsätzlich beliebig lange halten.
Händler setzen dabei häufig Fremdkapital ein, um größere Positionen einzugehen. Das erhöht mögliche Gewinne, vergrößert bei ungünstigen Kursbewegungen aber auch die Verluste.
Außerhalb der USA werden Perpetual Futures bereits seit 2016 gehandelt. Im vergangenen Jahr lag das weltweite Handelsvolumen bei mehr als 85 Billionen Dollar. US-Plattformen boten diese Produkte während des größten Teils der vergangenen zehn Jahre nicht an. Das will Payward ändern.
Hyperliquid selbst bleibt für US-Nutzer gesperrt. Den neuen Markt soll die Payward-Tochter Bitnomial einrichten und betreiben, eine regulierte Börse mit angeschlossenem Clearinghaus. Das Clearinghaus tritt zwischen Käufer und Verkäufer und gewährleistet die Abwicklung der Geschäfte.
Jon Pham, bei Payward für das US-Derivategeschäft verantwortlich, beschreibt den geplanten Ablauf für Kunden:
US-Kunden würden demnach ein Futures-Konto beim registrierten Broker von Payward eröffnen und darüber die neuen Perpetual-Futures-Kontrakte auf Hyperliquid handeln. Die Abwicklung würde dasselbe Clearinghaus übernehmen, das bereits die von Payward in den USA angebotenen Krypto-Perpetuals betreut.
Diese Trennung entspricht den Vorstellungen von Gründer Jeff Yan. Er hatte Mitte Oktober erklärt, die Aufsicht solle die Unternehmen regulieren, die das Netzwerk nutzen, nicht aber die Blockchain selbst. Am Montag bezeichnete das Protokoll Hyperliquid als neutrale Infrastruktur, die große Teile des Finanzsystems unterstützen soll.
Auch für den HYPE-Kurs ist das relevant. Betreiber von HIP-3-Märkten müssen HYPE als Sicherheit hinterlegen. Der Einstieg eines großen Anbieters schafft damit zusätzliche Nachfrage nach dem Coin.
Zudem verwendet Hyperliquid den Großteil der Handelsgebühren für HYPE-Rückkäufe. Je höher das Handelsvolumen auf der Plattform, desto mehr Coins werden dadurch dem Markt entzogen.
Laut DefiLlama verzeichnete Hyperliquid in den 30 Tagen vor der Ankündigung von Payward ein Handelsvolumen von mehr als 200 Milliarden Dollar. Das entspricht rund 6,7 Milliarden Dollar pro Tag und liegt deutlich über den gut vier Milliarden Dollar, die Ende August genannt wurden.
Entschieden ist allerdings noch nichts. Der Handel kann erst mit Zustimmung der Aufsicht beginnen. Einen Starttermin gibt es bislang nicht. Offen ist auch, wie die Zugangskontrolle in der Praxis aussehen soll. Unklar ist etwa, ob KYC-Prüfungen integriert werden, also die für regulierte Anbieter vorgeschriebenen Identitätskontrollen.
Payward tritt zudem in einen Markt ein, den bislang ein einzelner Anbieter nahezu vollständig beherrscht. Laut Co-CEO Arjun Sethi entfallen 98 Prozent der offenen Positionen auf den HIP-3-Märkten auf einen der bestehenden Betreiber. Sollte die CFTC das Vorhaben genehmigen, wäre Payward die erste US-Börse, die mit diesem Marktführer konkurriert.
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