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Der Einfluss der Technologiebranche an der Wall Street wächst weiter. Die sprunghaft gestiegene Nachfrage nach KI-Infrastruktur macht Chipaktien derzeit zu den großen Gewinnern an der Börse.
Micron gehört inzwischen zum Kreis der Unternehmen mit einem Börsenwert von mehr als einer Billion US-Dollar. Die Aktie legte binnen eines Jahres um 730 Prozent zu. Auch der breiter gefasste Philadelphia Semiconductor Index verzeichnete eine spektakuläre Phase und stieg in den vergangenen drei Monaten um 90 Prozent.
Zwar liefen die vergangenen Tage für Halbleiterwerte etwas schwächer, doch Kursrückgänge gehören in einem Bullenmarkt dazu.

Der Aufstieg der Chipwerte hat die Dominanz des Technologiesektors weiter verstärkt. Seit SpaceX börsennotiert ist, besteht die Top 10 der wertvollsten US-Unternehmen erstmals ausschließlich aus Technologiekonzernen.

Drei davon sind reine Halbleiterunternehmen. Tatsächlich hängen aber alle zehn von Chips ab. Selbst große Software- und Cloudkonzerne entwickeln inzwischen eigene Chips, weil Rechenleistung zum wichtigsten Rohstoff der KI geworden ist.
Bemerkenswert ist, dass die neue Chiprally in eine Phase fällt, in der sich der Fokus im KI-Sektor eigentlich von Infrastruktur auf Anwendungen verlagert. Dazu zählen Programmieragenten, Unternehmenssoftware und KI-Modelle, die Kunden messbaren Nutzen liefern sollen.
Gerade diese Anwendungen treiben jedoch die Nachfrage nach Rechenleistung. Wenn KI-Agenten mehr Aufgaben übernehmen, steigt die Nutzung von Token. Und je mehr Token verarbeitet werden, desto mehr Rechenzentren, Server und Chips werden benötigt.
Das erklärt, warum Unternehmen weiter massiv ausbauen. Elon Musks xAI vermietet inzwischen Kapazitäten in Rechenzentren unter anderem an Anthropic, Google und Reflection AI. Zusammen sollen diese Verträge rund 28 Milliarden US-Dollar pro Jahr einbringen. Das deutet auf eine sehr kurze Amortisationszeit früherer Investitionen hin.
Fraglich ist, ob die Chipindustrie dieses Tempo halten kann. Samsung und SK Hynix kündigten in dieser Woche Pläne an, gemeinsam 600 Milliarden US-Dollar in Korea zu investieren. Bis neue Kapazitäten verfügbar sind, dürften dennoch Jahre vergehen.
Auch ASML und TSMC bleiben mögliche Engpässe. Ohne Maschinen von ASML und Produktionskapazitäten von TSMC kann die KI-Lieferkette nicht schnell genug skalieren.

Gleichzeitig wollen die sieben größten Rechenzentrumsbetreiber in diesem Jahr zusammen 848 Milliarden US-Dollar investieren. Das ist mindestens fünfmal so viel wie 2022.
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