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Die größten Volkswirtschaften der Welt steuern auf die höchsten Haushaltsdefizite seit der Corona-Pandemie zu. Der Internationale Währungsfonds (IWF) mahnt die Regierungen deshalb, ihre Staatsfinanzen dringend zu konsolidieren.

Nach den neuen Schätzungen steigt das durchschnittliche Haushaltsdefizit der Industrieländer in diesem Jahr auf 5,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das ist der höchste Stand seit 2021.

Besonders hohe Defizite in den USA und China

Besonders auffällig sind die Defizite der Vereinigten Staaten und Chinas. Nach Einschätzung des IWF erreicht das US-Haushaltsdefizit in diesem Jahr etwa 8,5 Prozent des BIP. Auch in China liegt das Defizit bei rund 8 Prozent oder darüber.

Staatliche Haushaltsdefizite steigen trotz solider Konjunktur deutlich
Staatliche Haushaltsdefizite steigen trotz solider Konjunktur deutlich. Quelle: FT

Für die USA bedeutet das eine deutliche Verschlechterung gegenüber 2025. Gleichzeitig steigen die Finanzierungskosten rasch. In mehreren großen Volkswirtschaften liegen die Anleiherenditen auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten. Dadurch müssen die Staaten für neue Schulden und die Refinanzierung fälliger Verbindlichkeiten immer mehr Zinsen zahlen.

Staatsschulden nähern sich 100 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung

Der IWF erwartet, dass sich die weltweite Staatsverschuldung im weiteren Verlauf dieses Jahrzehnts der Marke von 100 Prozent des globalen BIP nähert. Damit werden die Länder anfälliger für weitere Zinsanstiege.

Müssen hohe Schuldenbeträge zu höheren Zinsen refinanziert werden, steigt die Zinslast schnell. Für andere Staatsausgaben bleibt dann weniger Spielraum.

Der IWF warnt deshalb davor, dass sich Haushaltsrisiken und hohe Zinsen zunehmend gegenseitig verstärken könnten.

Zentralbanken drohen unter Druck zu geraten

Daraus ergibt sich auch ein Risiko für die Zentralbanken. Bleiben die Haushaltsdefizite hoch und steigen zugleich die Zinslasten, könnte der politische Druck wachsen, die Zinsen weniger stark anzuheben oder eine Inflation oberhalb des Zielwerts länger zu tolerieren.

Das könnte die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik beeinträchtigen. Bemerkenswert ist, dass sich die Weltwirtschaft vorerst dennoch relativ widerstandsfähig zeigt. Der IWF erwartet für dieses Jahr ein globales Wachstum von etwa 3,1 Prozent und für 2027 von 3,4 Prozent.

IWF hebt Wachstumsprognosen für G7-Staaten an – außer für Frankreich
IWF hebt Wachstumsprognosen für G7-Staaten an – außer für Frankreich. Quelle: FT

Dazu tragen hohe Investitionen in die KI-Infrastruktur bei. Allerdings konzentriert sich das Wachstum zunehmend auf wenige Volkswirtschaften. Nach Angaben des IWF entfällt ein immer größerer Anteil des weltweiten Wachstums auf eine kleinere Zahl von Ländern.

Die Wirtschaft wächst zwar weiterhin. Doch die Kombination aus hoher Verschuldung, steigenden Zinsen und großen Haushaltsdefiziten macht das Finanzsystem zunehmend anfällig.

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