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Ein Händler hat auf der Kryptoplattform Polymarket mehr als 77.000 Dollar verdient, indem er kurz vor der Veröffentlichung einer Umfrage zu den US-Zwischenwahlen eine hohe Wette platzierte.

Forscher vermuten, dass der Nutzer über vertrauliche Informationen verfügt haben könnte. Polymarket hat inzwischen eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Insiderhandel eingeleitet.

Händler setzt kurz vor Veröffentlichung einer Umfrage 200.000 Dollar

Forscher der US-amerikanischen Vanderbilt University entdeckten verdächtige Transaktionen, die kurz vor der Veröffentlichung von Wahlumfragen der New York Times und des Siena College stattfanden.

Am 31. Oktober setzte ein Nutzer knapp 200.000 Dollar auf die Wiederwahl des republikanischen Senators Pete Ricketts aus Nebraska. Nur eine Stunde später wurde eine Umfrage veröffentlicht, in der Ricketts vor seinem Herausforderer lag.

Mit seiner Wette erzielte der Händler letztlich einen Gewinn von mehr als 77.000 Dollar, berichtet die New York Times.

Den Forschern zufolge platzierte derselbe Nutzer weitere hohe Wetten auf die US-Zwischenwahlen. Dabei soll er neben Polymarket auch die konkurrierende Plattform Kalshi genutzt haben.

Vor allem der Zeitpunkt der Wetten wirft Fragen auf. Brett Goldstein, Forscher an der Vanderbilt University, hält die Umstände für verdächtig genug, um weitere Untersuchungen zu rechtfertigen.

Bislang ist jedoch nicht nachgewiesen, dass der Händler vorab Zugang zu den Umfrageergebnissen hatte. Polymarket bestätigte, die Transaktionen zu untersuchen. Kalshi hat auf die Berichte nicht reagiert.

Polymarket bereits wegen Insiderverdachts in der Kritik

Die Entdeckung wirft erneut Fragen zum Insiderhandel auf Prognosemärkten auf.

Auf Plattformen wie Polymarket können Nutzer Geld auf den Ausgang von Wahlen, Zinsentscheidungen und anderen künftigen Ereignissen setzen.

Wer über noch nicht öffentlich bekannte Informationen verfügt, kann sich damit einen erheblichen Vorteil verschaffen. Kennt jemand etwa bereits das Ergebnis einer Wahlumfrage, kann er eine Wette platzieren, bevor andere Händler ihre Erwartungen angepasst haben.

Bereits Anfang des Jahres war Polymarket wegen eines anderen Falls von mutmaßlichem Insiderhandel in die Kritik geraten.

Im April wurde der US-Soldat Gannon Ken Van Dyke angeklagt. Laut Staatsanwaltschaft nutzte er vertrauliche Informationen über den US-Einsatz in Venezuela, um auf Polymarket Geld zu verdienen.

Van Dyke soll an der Vorbereitung des Einsatzes beteiligt gewesen sein, bei dem der venezolanische Präsident Nicolás Maduro im Januar festgenommen wurde.

Der Anklage zufolge setzte er auf Maduros Entmachtung, noch bevor der Einsatz öffentlich bekannt wurde. Damit soll er mehr als 400.000 Dollar verdient haben.

Der Soldat ist bislang nicht verurteilt worden.

Ob der Händler, der mit Wetten auf die US-Zwischenwahlen 77.000 Dollar verdiente, tatsächlich über Insiderwissen verfügte, muss die Untersuchung von Polymarket noch klären.

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