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Der Oktober galt jahrelang als einer der besten Monate für Bitcoin (BTC). Doch dieser Ruf gerät zunehmend ins Wanken. Zum zweiten Mal in Folge ist der Bitcoin-Kurs im Oktober gefallen, obwohl der Monat historisch für kräftige Kursanstiege steht. Analysten fragen sich inzwischen, wie verlässlich die bekannten saisonalen Muster noch sind.

Bitcoin-Kurs weicht von langjährigem Muster ab

Der Bitcoin-Kurs fiel im Oktober 2026 um 7,3 Prozent. Bereits im Vorjahr hatte der Monat mit einem Minus von rund vier Prozent geendet, wie Daten der Analyseplattform CoinGlass zeigen. Das ist bemerkenswert, denn wegen der historisch starken Wertentwicklung von Bitcoin ist der Oktober unter Kryptoanlegern als „Uptober“ bekannt.

Nach Angaben von Andrew Yang, Analyst beim Datenanbieter Kaiko, erzielte Bitcoin von 2013 bis einschließlich 2025 in zehn von dreizehn Oktober-Monaten eine positive Rendite. Der Median der Monatsrenditen lag sogar bei 15,4 Prozent.

In diesem Jahr kursierten für den Oktober entsprechend weniger schmeichelhafte Bezeichnungen. In der Kryptobranche war von „Black October“ und „Hacktober“ die Rede. Letzteres bezieht sich auf eine Reihe von Sicherheitsvorfällen, darunter einen gemeldeten Hackerangriff auf Binance mit einem Schaden von 6,3 Milliarden Dollar.

Auch der September scheint seinem historischen Muster nicht mehr zu folgen. Er galt jahrelang als schwacher Monat für Bitcoin. Seit 2023 hat die Kryptowährung jedoch jeden September mit einem Plus abgeschlossen.

Yang zufolge könnten Anleger bekannte Kursmuster zunehmend vorwegnehmen. Rechnen Händler mit einem Kursanstieg im Oktober, kaufen sie womöglich bereits im September. Ein Teil der erwarteten Gewinne verlagert sich dadurch in den Vormonat. Zugleich nehmen die monatlichen Kursschwankungen ab.

Zwischen 2013 und 2016 schwankte der Bitcoin-Kurs üblicherweise um etwa 14 Prozent pro Monat. Seit 2024 liegt dieser Wert nur noch bei 9,6 Prozent. Damit bleibt weniger Spielraum für kräftige saisonale Kursanstiege.

Großanleger verändern den Bitcoin-Markt

Hinzu kommt der wachsende Einfluss institutioneller Anleger. Große Vermögensverwalter, börsengehandelte Fonds und Unternehmen spielen heute eine deutlich größere Rolle am Kryptomarkt. Justin d’Anethan, Forschungsleiter bei Arctic Digital, weist darauf hin, dass diese Akteure ihre Entscheidungen nach anderen Kriterien treffen als private Kryptohändler.

Ihre Anlageentscheidungen richten sich vor allem nach der Verfügbarkeit von Kapital, dem Zinsniveau und vorab festgelegten Anlagestrategien. Ob der Oktober historisch ein guter Monat ist, spielt dabei eine weitaus geringere Rolle.

Das zeigte sich auch bei den in den USA börsengehandelten Bitcoin-Fonds, den sogenannten ETFs. Sie verzeichneten im Oktober Nettoabflüsse von 515 Millionen Dollar. Aus vergleichbaren Fonds für Ethereum (ETH) floss mit 1,61 Milliarden Dollar sogar eine Rekordsumme ab.

Yang zufolge verhält sich Bitcoin damit zunehmend wie eine traditionelle Finanzanlage: Konjunkturdaten und große Kapitalströme beeinflussen den Kurs stärker als historische Kalendermuster. Er betont allerdings, dass US-amerikanische Bitcoin-ETFs erst seit Januar 2024 existieren. Für eine abschließende Bewertung ihres Einflusses auf saisonale Muster sei es daher noch zu früh.

Ist der „Uptober“ endgültig Geschichte?

Trotz zweier enttäuschender Oktober-Monate halten Analysten es für verfrüht, das bekannte Bitcoin-Muster abzuschreiben. Julio Moreno, Forschungsleiter bei CryptoQuant, betont, dass der Oktober vor allem in Phasen steigender Kryptokurse gut abschneidet. Steht der Markt länger unter Druck, bleiben die Renditen dagegen meist schwach.

Für Moreno ist deshalb die tatsächliche Nachfrage nach Bitcoin wichtiger als der Monat, in dem Anleger handeln. Eine historisch starke Börsenphase bietet schließlich wenig Rückhalt, wenn Großinvestoren ihre Positionen abbauen.

Markus Levin, Mitgründer von XYO, sieht ein weiteres Problem. Wenn genügend Anleger mit einem Kursanstieg im Oktober rechnen, kaufen sie womöglich schon früher. Die erwarteten Kursgewinne werden dadurch teilweise vorweggenommen.

Auch d’Anethan bleibt vorsichtig. Historische saisonale Muster seien zwar durchaus aussagekräftig, böten aber keine Garantie für künftige Kursanstiege. Entscheidend für den weiteren Kursverlauf könnten vor allem die Zinsentwicklung, die Nachfrage großer Investoren und die Kapitalströme in Bitcoin-ETFs sein.

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