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Die Hackergruppe ShinyHunters gibt an, in Systeme des US-amerikanischen FBI eingedrungen zu sein und Daten zahlreicher aktueller und ehemaliger Mitarbeiter gestohlen zu haben. Auch Bewerber sollen betroffen sein.
Das FBI bestätigte, mögliche unbefugte Aktivitäten im Zusammenhang mit seiner Karriereseite zu untersuchen. Den Umfang des mutmaßlichen Angriffs bestätigte die Behörde bislang nicht.
Besonders brisant ist der Fall, weil die gestohlenen Informationen nach Angaben der Hacker unter anderem Wohnadressen, Sozialversicherungsnummern und Angaben zu Familienangehörigen enthalten. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte einen Teil der Daten einsehen und mehrere Angaben überprüfen.
ShinyHunters machte den mutmaßlichen Angriff über seine Website im Darknet öffentlich. Die Hacker behaupten, Daten von „fast ALLEN FBI-Agenten“ sowie von Personen erbeutet zu haben, die sich bei der US-Sicherheitsbehörde beworben haben.
Als Beleg teilte die Gruppe laut Reuters einen Screenshot, der eine manipulierte Karriereseite des FBI zeigen soll. Zudem übergaben die Hacker Daten von rund 5.000 Agenten. Dabei soll es sich nur um einen kleinen Teil der gesamten Beute handeln.
Reuters konnte nicht feststellen, ob der Screenshot echt war. Allerdings waren sowohl FBIjobs.gov als auch das spezielle Bewerbungsportal für FBI-Agenten am Dienstag nicht erreichbar. Auf der Website hieß es, beide Dienste seien vorübergehend außer Betrieb.
Die übermittelten Daten wirken besonders sensibel. Sie umfassen unter anderem Namen, Wohnadressen, US-Sozialversicherungsnummern und Funktionen innerhalb des FBI. In einigen Fällen enthielten die Dateien auch Namen von Familienangehörigen.
Reuters prüfte einen Teil der Informationen anhand von Daten von Kreditauskunfteien sowie früher geleakten Datenbanken, die beim Cybersicherheitsunternehmen District 4 Labs gespeichert sind. In mindestens zehn Fällen stimmten die Angaben überein. Darunter befanden sich auch Daten, die Reuters zufolge FBI-Direktor Kash Patel zugeordnet werden konnten.
Eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur zudem, einige Funktionsbeschreibungen in dem Datensatz entsprächen der Realität.
Das beweist jedoch nicht, dass ShinyHunters tatsächlich interne Systeme des FBI gehackt hat. Reuters konnte nicht klären, woher die Daten genau stammen. Auch ließ sich nicht feststellen, ob die Informationen direkt beim FBI erbeutet wurden, wie die Hacker behaupten.
Das FBI hält sich bislang zurück. Die Behörde erklärte, sie sei über Vorwürfe zu „unbefugten Aktivitäten“ im Zusammenhang mit FBIjobs.gov informiert und untersuche den Fall.
ShinyHunters bezeichnet den Angriff als Vergeltungsaktion. Das FBI hatte im Mai Informationen über die Vorgehensweise der Hackergruppe veröffentlicht und Betroffenen geraten, kein Lösegeld zu zahlen.
Der mögliche Datendiebstahl könnte für FBI-Mitarbeiter erhebliche Folgen haben. Cynthia Kaiser, die früher für das FBI arbeitete und heute Führungskraft beim Cybersicherheitsunternehmen Halcyon ist, bezeichnet solche Datenlecks als „enorm schädlich“.
Kriminelle könnten persönliche Informationen ihrer Einschätzung nach nutzen, um Ermittler unter Druck zu setzen oder zu belästigen. Kaiser verweist darauf, dass Daten aus einem FBI-Leak von 2016 noch Jahre später verwendet wurden, um Agenten einzuschüchtern.
„Sind solche Informationen einmal gestohlen, bleiben sie dauerhaft im Umlauf“, sagte Kaiser.
ShinyHunters hat sich in den vergangenen Jahren mit groß angelegten digitalen Einbrüchen und Erpressungsfällen einen Namen gemacht. Die Gruppe sucht dabei immer wieder gezielt die Öffentlichkeit.
Kürzlich behaupteten Hacker unter diesem Namen, Millionen Unternehmensdaten bei Rockstar Games gestohlen zu haben, dem Entwickler von Grand Theft Auto. Zudem wurde ShinyHunters mit einem Angriff im Umfeld der Bildungsplattform Canvas in Verbindung gebracht, der an US-Schulen erhebliche Störungen verursachte.
Das KI-Unternehmen Anthropic meldete Anfang des Monats außerdem, Hacker mit Verbindungen zu ShinyHunters bei Versuchen entdeckt zu haben, seine KI-Systeme zu nutzen.
Die Gruppe sagte Reuters am vergangenen Wochenende zudem, sie habe den Kampf gegen die Cybercrime-Gruppe cl0p aufgenommen. Der mutmaßliche Angriff auf das FBI folgt damit kurz nach mehreren weiteren Vorfällen, bei denen ShinyHunters demonstrativ in Erscheinung trat.
Das FBI hat bislang nicht bestätigt, dass die von ShinyHunters präsentierten Daten tatsächlich aus den eigenen Systemen stammen.
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