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Zcash (ZEC) steht vor einer umfassenden Veränderung. Anfang November soll ein Netzwerk-Upgrade Zahlungen dreimal so schnell machen.
Doch nicht alle profitieren automatisch davon. Für Nutzer mit einer veralteten Wallet kann das Update erhebliche Folgen haben. Wer seine Coins nicht rechtzeitig überträgt, riskiert, den Zugriff auf seine ZEC zu verlieren.
Die Zcash-Entwickler bereiten die Einführung von Network Upgrade 7 (NU7) vor. Entwickler Sean Bowe hat am Dienstag einen Vorschlag eingereicht, das Update bei Block 3.543.405 zu aktivieren. Dieser dürfte voraussichtlich um den 5. November erreicht werden.
Die Blocknummer wurde bei einem Treffen des Redaktionsgremiums der Zcash Improvement Proposals (ZIP) vereinbart. Dieses Gremium prüft technische Vorschläge für Änderungen am Netzwerk.
Auch im öffentlich zugänglichen Upgrade-Dashboard von Zakura ist die gewählte Blocknummer inzwischen verzeichnet. Zakura ist eine Software für den Betrieb des Zcash-Netzwerks.
Das Upgrade soll das Netzwerk schneller und effizienter machen, ohne den Fokus auf den Schutz der Privatsphäre aufzugeben. Zcash unterscheidet sich von vielen anderen Kryptowährungen dadurch, dass Nutzer bestimmte Transaktionsdaten verbergen können.
Die wichtigste Änderung betrifft das Tempo, mit dem neue Blöcke zur Blockchain hinzugefügt werden.
Derzeit dauert es im Durchschnitt 75 Sekunden, bis das Zcash-Netzwerk einen neuen Block verarbeitet. Nach NU7 sollen es nur noch 25 Sekunden sein.
Neue Blöcke werden damit dreimal so schnell erzeugt. Für Nutzer kann das die Wartezeit bei Zahlungen erheblich verkürzen.
Das ist vor allem für Nutzer interessant, die ZEC an eine Kryptobörse senden. Handelsplattformen warten in der Regel mehrere Bestätigungen ab, bevor sie eine Einzahlung freigeben.
Eine Börse, die drei Bestätigungen verlangt, muss darauf derzeit im Durchschnitt knapp vier Minuten warten. Nach dem Upgrade wären es bei derselben Zahl an Bestätigungen nur noch etwa 75 Sekunden.
Die tatsächliche Wartezeit kann davon abweichen. Zudem können Handelsplattformen die Zahl der erforderlichen Bestätigungen anpassen, wenn sich die Blockzeit ändert.
Die neue Technologie wird seit Anfang Oktober im Zcash-Testnetz erprobt. In dieser separaten Umgebung können Entwickler Änderungen testen, ohne echte Guthaben zu gefährden.
Neben der höheren Geschwindigkeit ändert sich auch die Verteilung der Transaktionsgebühren.
Nach dem Upgrade werden 60 Prozent der je Block vereinnahmten Transaktionsgebühren vorübergehend gesperrt. Diese ZEC-Coins werden damit vorerst dem Umlauf entzogen, aber nicht dauerhaft vernichtet.
Nach der aktuellen Planung werden die gesperrten Coins voraussichtlich ab Februar 2031 an Miner ausgezahlt. Diese sichern mit spezialisierten Computern das Netzwerk und verarbeiten Transaktionen.
Der bestehende Halving-Zeitplan bleibt unverändert. Die regulären Vergütungen für Miner werden somit weiterhin nach dem bisherigen Zeitplan in regelmäßigen Abständen halbiert.
Für einige Zcash-Besitzer birgt NU7 ein erhebliches Risiko. Denn mit dem Upgrade endet auch die Unterstützung für Sprout, das ursprüngliche Datenschutzsystem von Zcash.
Sprout wurde zum Start der Kryptowährung eingeführt, um Transaktionsdaten zu verbergen. Inzwischen nutzt Zcash neuere Technologien und stellt das alte System schrittweise ein.
Wer noch ZEC auf einer Sprout-Adresse hält, muss deshalb handeln.
Nach der Aktivierung von NU7 lassen sich Guthaben in diesem alten System den angekündigten Änderungen zufolge nicht mehr nutzen. Nutzer müssen ihre Coins vor dem Upgrade auf eine Adresse übertragen, die von der neueren Technologie unterstützt wird.
Wer das nicht rechtzeitig erledigt, riskiert, seine ZEC nicht mehr ausgeben zu können.
Für Nutzer einer modernen Zcash-Wallet ändert sich in dieser Hinsicht in der Regel wenig. Vor allem Anleger, die ZEC bereits seit vielen Jahren halten, sollten prüfen, welchen Adresstyp sie verwenden.
Die geplante Aktivierung am 5. November hängt allerdings noch von den letzten technischen Vorbereitungen ab.
Der Vorschlag von Sean Bowe hatte bereits zwei Zustimmungen erhalten. Am Mittwoch um 08.00 Uhr UTC war die vereinbarte Blocknummer jedoch noch nicht in den offiziellen technischen Spezifikationen eingetragen. Dort war der Aktivierungsblock für das Hauptnetzwerk zu diesem Zeitpunkt noch als unbestimmt angegeben.
Bevor NU7 tatsächlich eingeführt werden kann, müssen die Entwickler die endgültige Blocknummer in der Software für den Betrieb des Netzwerks hinterlegen.
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