Große börsennotierte Unternehmen haben gemeinsam mehr als 100 Milliarden Dollar an Kryptowährungen in der Bilanz stehen. Das zeigt eine neue Studie von Galaxy Research. Dadurch entsteht eine neue Kategorie von Unternehmen, die digitale Vermögenswerte als strategische Schatzkammer nutzen.
Ethereum im Aufstieg
Der größte Teil dieses Wertes liegt in Bitcoin. Insgesamt besitzen Unternehmen wie Strategy, Metaplanet und GameStop zusammen über 790.000 Bitcoin, im Wert von etwa 93 Milliarden Dollar. Das entspricht fast 4 Prozent der gesamten Bitcoin-Menge, die im Umlauf ist.
Neben Bitcoin wächst auch das Interesse an Ethereum. Laut dem Bericht halten Unternehmen mittlerweile 1,3 Millionen Ether, mit einem Marktwert von über 4 Milliarden Dollar. Das macht etwas mehr als 1 Prozent aller im Umlauf befindlichen Ether aus.
Der Aufstieg von Ether kommt nicht nur von Unternehmen. Seit Anfang Juli gibt es auch einen starken Kapitalzufluss über amerikanische Ethereum-Fonds an der Börse. In neunzehn aufeinanderfolgenden Tagen floss Geld ein, insgesamt mehr als 5 Milliarden Dollar.

Laut Marktforschern der Bank Standard Chartered ist dies erst der Anfang. „Wir denken, dass Unternehmen langfristig bis zu 10 Prozent aller Ether besitzen könnten,“ schreibt die Bank in einem aktuellen Bericht. Dieses Wachstum könnte schneller verlaufen als bei Bitcoin, unter anderem wegen der Möglichkeit, Ether für sogenanntes Staking zu nutzen, bei dem Besitzer Zinsen erhalten.

Strategische Rolle von Ethereum
Laut Analyst Enmanuel Cardozo ist klar, dass Unternehmen Ether nicht nur kaufen, um es zu halten. „Sie nutzen das Asset innerhalb ihrer breiteren Strategie,“ sagt er. „Das ist ein Unterschied zur ersten Phase der geschäftlichen Bitcoin-Adoption, die viel passiver begann.“
Die wachsende geschäftliche Nachfrage und der starke Zustrom in Investmentfonds könnten Ether möglicherweise in Richtung der psychologischen Grenze von 4000 Dollar drücken. Doch das Kursrekord aus 2021, von fast 4900 Dollar, liegt noch 21 Prozent höher.
Laut Cardozo sind die aktuellen Entwicklungen vor allem ein Vorbote einer längeren Neubewertung von Ether. „Es geht nicht um den Kurs der nächsten Woche,“ sagt er. „Was wir jetzt sehen, ist der Beginn einer strukturellen Verschiebung.“
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