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Die philippinische Kryptobörse Coins.ph steht wegen mutmaßlicher Zahlungen an illegale ausländische Glücksspielplattformen in der Kritik. Die philippinische Zentralbank hat eingegriffen und mehrere Zahlungsdienste der Plattform eingeschränkt. Daraufhin kamen Gerüchte auf, die Kryptobörse könnte ihre Lizenz verlieren. Coins.ph weist die Vorwürfe zurück und versichert seinen Kunden, dass ihre Coins sicher seien.
Die philippinische Zentralbank Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) hat Beschränkungen gegen DCPay Philippines verhängt. Das Unternehmen wickelt für die Kryptobörse Coins.ph Zahlungen in philippinischen Pesos ab.
Die Maßnahmen betreffen unter anderem eingehende Überweisungen über InstaPay und PESONet. Beide Zahlungssysteme werden auf den Philippinen häufig für digitale Überweisungen genutzt.
Lokalen Medien zufolge könnten die Beschränkungen mit Zahlungen an ausländische Glücksspielunternehmen zusammenhängen, die nicht über die erforderlichen Lizenzen verfügen. Ob solche Transaktionen tatsächlich stattgefunden haben, ist jedoch nicht geklärt.
Coins.ph bestreitet, wissentlich Dienstleistungen für illegale Glücksspielanbieter zu erbringen. In einer Stellungnahme gegenüber Cointelegraph erklärte das Unternehmen:
„Coins.ph weist die Behauptung entschieden zurück, wissentlich Dienstleistungen für ausländische Glücksspiel- oder Wettanbieter zu erbringen.“
Nach Angaben der Kryptobörse erhalten ausländische Glücksspielunternehmen ohne die erforderliche Genehmigung keinen Zugang zur Plattform. Zudem prüfe das Unternehmen laufend Kunden und Transaktionen, um die regulatorischen Vorgaben einzuhalten.
Dennoch bleiben Fragen offen. Ein Sprecher ließ offen, ob entsprechende Zahlungen in der Vergangenheit möglicherweise doch abgewickelt wurden.
Trotz des Eingreifens der Zentralbank bleibt Coins.ph weitgehend in Betrieb. Das Unternehmen muss seine internen Kontrollen verschärfen. Die wichtigsten Kryptodienste stehen nach Angaben der Plattform aber weiterhin zur Verfügung.
Kunden können vorerst kein Bargeld einzahlen und über bestimmte QR-Codes keine Zahlungen empfangen. Auch eingehende Überweisungen über InstaPay und PESONet sind eingeschränkt.
Der Kryptohandel läuft dagegen weiter. Nutzer können nach wie vor Bitcoin (BTC) und andere digitale Währungen kaufen und verkaufen. Auch Auszahlungen und das Begleichen von Rechnungen bleiben möglich.
Zudem können Kunden weiterhin über QRPh bei Händlern bezahlen. QRPh ist das nationale QR-Zahlungssystem der Philippinen.
Coins.ph zählt zu den größten Kryptobörsen des Landes. Laut Daten von CoinGecko belief sich das Handelsvolumen der Plattform am Mittwoch innerhalb von 24 Stunden auf rund 52 Millionen US-Dollar.
Die Beschränkungen kommen somit keiner vollständigen Stilllegung der Kryptobörse gleich. Dennoch haben die Maßnahmen Unsicherheit über die Zukunft des Unternehmens ausgelöst.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Coins.ph seine Lizenz verlieren könnte.
Bei Coins.ph sind Zahlungsdienste und Kryptohandel rechtlich voneinander getrennt. Die Plattform betreibt beide Bereiche über zwei eigenständige Unternehmen mit jeweils eigener Lizenz.
DCPay Philippines verwaltet die digitalen Zahlungskonten und verfügt über eine Lizenz für das E-Geld-Geschäft.
Betur Inc. ist für den Kryptohandel zuständig und besitzt dafür eine separate Lizenz als Dienstleister für digitale Vermögenswerte.
Laut dem philippinischen Nachrichtenportal BitPinas wurden die Beschränkungen auf Grundlage der Resolution Nummer 839 des Monetary Board verhängt, des geldpolitischen Entscheidungsgremiums der Zentralbank.
Die Maßnahmen sollen ausschließlich die Zahlungsdienste von DCPay betreffen. Die Kryptodienste von Betur scheinen damit nicht unmittelbar betroffen zu sein.
Diese Trennung ist entscheidend: Probleme mit einer Zahlungslizenz führen nicht automatisch dazu, dass ein Unternehmen auch seine Lizenz für den Kryptohandel verliert.
Coins.ph betont, dass seine Kryptolizenz weiterhin gültig sei und die Kundenguthaben sicher seien. Bislang gibt es keine Bestätigung dafür, dass die BSP einen Entzug dieser Lizenz plant.
Der Fall fällt zudem in eine Phase, in der die Philippinen verstärkt gegen illegales Onlineglücksspiel vorgehen.
2025 verpflichtete die Zentralbank Finanzinstitute dazu, Verweise auf Glücksspielseiten aus ihren Zahlungsapps zu entfernen. Damit wollte die Aufsicht verhindern, dass regulierte Finanzdienstleistungen den Zugang zu Onlineglücksspiel erleichtern.
Ob die Maßnahmen gegen Coins.ph unmittelbar mit diesem verschärften Vorgehen zusammenhängen, ist noch unklar. Die BSP hat einen solchen Zusammenhang bislang nicht öffentlich bestätigt.
Auch ist nicht bekannt, wann die eingeschränkten Zahlungsdienste wieder zur Verfügung stehen. Die Zentralbank hat ebenso wenig mitgeteilt, ob weitere Maßnahmen folgen werden.
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