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Der größte Vermögensverwalter Europas, Amundi, macht einen bemerkenswerten Schritt in Richtung Digitalisierung. Das Unternehmen führt eine neue Art ein, wie Anleger Zugang zu einem seiner Fonds erhalten können – und setzt dabei auf Blockchain-Technologie.
Amundi, das mehr als 2,2 Billionen Euro verwaltet, meldet, dass es erstmals einen Fonds tokenisiert hat. Gemeinsam mit dem großen europäischen Finanzdienstleister CACEIS bringt der Vermögensverwalter eine digitale Version seines Geldmarktfonds auf den Markt. Es handelt sich um Amundi Funds Cash EUR auf der Ethereum- (ETH) Blockchain.
Amundi Funds Cash EUR ist ein Geldmarktfonds, der in sehr sichere, kurzfristige Kredite investiert. Dazu zählen etwa kleinere Unternehmenskredite, Gelder, die vorübergehend bei Banken geparkt werden, sowie kurzfristige Anleihen europäischer Staaten. Anleger nutzen solche Fonds, um ihr Kapital vorübergehend mit geringem Risiko zu parken und dennoch schnell darauf zugreifen zu können.
CACEIS stellt die technische Infrastruktur für die Tokenisierung bereit. Der Wechsel zu dieser Struktur bringt mehrere Vorteile mit sich. Tokenisierung bedeutet, dass ein Fondsanteil in einen digitalen Token auf einer Blockchain umgewandelt wird. Dadurch lassen sich Transaktionen deutlich schneller abwickeln. Zudem ist der Fonds rund um die Uhr handelbar, während traditionelle Märkte nur während ihrer Öffnungszeiten aktiv sind.
Nach Angaben von Jean-Jacques Barbéris, Leiter des Geschäfts mit institutionellen Kunden bei Amundi, markiert dieser Schritt „den Beginn einer weltweiten Transformation, bei der Tokenisierung einen festen Platz im Finanzsystem einnehmen wird“.
Tokenisierung wird immer beliebter. Laut Daten von rwa.xyz befinden sich inzwischen Token im Wert von 36,11 Milliarden US-Dollar sogenannter Real-World Assets (RWA) auf der Blockchain. Dabei handelt es sich um klassische Finanzprodukte wie Anleihen, Fonds oder Kredite, die in digitale Form überführt wurden. Ethereum ist mit einem Marktanteil von knapp 64 Prozent mit Abstand das beliebteste Netzwerk.
Auffällig ist, dass der größte Teil des RWA-Marktes – rund 18,8 Milliarden US-Dollar – aus Private Credit besteht. Private Credit ist vereinfacht gesagt Geld, das sich Unternehmen und teilweise auch Privatpersonen direkt von Investoren leihen, also außerhalb des traditionellen Bankensystems. Dies geschieht häufig zu einem festen Zinssatz.
Amundi ist mit diesem Schritt nicht allein. Bereits Anfang des Jahres haben DBS Bank, der Vermögensverwalter Franklin Templeton und Ripple gemeinsam einen tokenisierten Geldmarktfonds auf der XRP Ledger (XRPL) eingeführt. Der Fonds sgBENJI ist die digitale Variante des bestehenden US-Geldmarktfonds von Franklin Templeton und wird an der DBS Digital Exchange gehandelt.
Das Besondere an dieser Konstruktion ist, dass Anleger ihre Fondsanteile gegen Ripples Stablecoin RLUSD eintauschen können. In einer nächsten Phase soll der Fonds zudem als On-Chain-Sicherheit für Kredite dienen. Die drei Unternehmen sehen darin einen wichtigen Schritt hin zu regulierten, institutionellen Finanzprodukten auf der Blockchain. Die XRP Ledger wird vor allem für ihre geringen Kosten und hohe Geschwindigkeit gelobt.
Auch BlackRock setzt stark auf Blockchain-Technologie. Der US-Vermögensverwalter hat in diesem Jahr einen Antrag gestellt, um eine digitale Anteilsklasse für seinen Treasury Trust Fund (TTF) zu schaffen. Dabei handelt es sich um einen Geldmarktfonds, der in US-Staatsanleihen investiert. Der Schritt folgt auf den zuvor vollständig tokenisierten BUIDL-Fonds, der in kurzfristige, sichere US-Staatsanleihen anlegt. Inzwischen kommt der Fonds auf ein Volumen von über 2,3 Milliarden US-Dollar.
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