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Die Aktie der Google-Mutter Alphabet gerät am Donnerstag an der Wall Street erneut stark unter Druck. Nach den enttäuschenden Quartalszahlen vom Mittwoch ist der Kurs inzwischen um mehr als 13 Prozent gefallen.

Damit droht dem Technologiekonzern der bislang größte Kursverlust nach der Veröffentlichung von Quartalszahlen. Hunderte Milliarden Dollar an Börsenwert wurden innerhalb kurzer Zeit vernichtet.

Alphabet-Aktie verliert mehr als 13 Prozent

Die Verkaufswelle setzte am Mittwochabend unmittelbar nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen ein. Im Handelsverlauf am Donnerstag weiteten sich die Verluste aus. Die Aktie fiel auf rund 283 Dollar, ein Minus von knapp 43 Dollar je Aktie.

Nach Angaben des Börsendienstes The Kobeissi Letter verlor Alphabet damit innerhalb eines Tages rund 520 Milliarden Dollar an Börsenwert. Das ist selbst für einen der größten Technologiekonzerne der Welt ein außergewöhnlich hoher Betrag.

Der Kursrückgang droht zudem einen erheblichen Teil der bisherigen Jahresgewinne aufzuzehren. Alphabet zählte lange zu den großen Gewinnern des Booms bei künstlicher Intelligenz (KI). Anleger setzten darauf, dass Google dank seiner Suchmaschine, seiner Cloud-Dienste und seiner KI-Technologie noch über Jahre kräftig wachsen würde.

Diese Erwartungen geraten nun unter Druck. Zwar verzeichnet Google in mehreren Geschäftsbereichen weiterhin beeindruckende Wachstumsraten, doch die Finanzergebnisse enttäuschen. Gleichzeitig steigen die Ausgaben für neue Rechenzentren und KI-Infrastruktur rasant.

Warum Anleger Google-Aktien in großem Umfang verkaufen

Die Quartalszahlen zeigen, warum die Anleger besorgt sind. Alphabet erzielte im dritten Quartal einen Gewinn von 2,12 Dollar je Aktie und blieb damit deutlich unter den Erwartungen der Analysten.

Auch der Umsatz verfehlte die Erwartungen. Vor allem das angestammte Geschäft von Google mit der Suchmaschine und den Werbediensten entwickelte sich schwächer als erhofft.

Bei Google Cloud hingegen läuft das Geschäft hervorragend. Der Umsatz der Sparte stieg gegenüber dem Vorjahr um 103 Prozent. Der operative Gewinn lag mit 11,1 Milliarden Dollar deutlich über den Analystenerwartungen.

Doch auch diese starken Ergebnisse konnten den Kurseinbruch nicht verhindern.

Ein wesentlicher Grund sind die enormen Investitionen von Alphabet. Allein im dritten Quartal gab der Konzern rund 51,4 Milliarden Dollar unter anderem für Rechenzentren und weitere Infrastruktur aus.

Dadurch fiel der freie Cashflow mit rund 9,1 Milliarden Dollar negativ aus. Nach den notwendigen Investitionen floss also mehr Geld ab, als das Unternehmen einnahm.

Alphabet beschaffte sich zudem durch neue Schulden und die Ausgabe von Aktien Milliarden Dollar. Bei Anlegern wirft das Fragen nach den finanziellen Folgen der ehrgeizigen KI-Pläne auf.

Kurssturz trifft auch Anleger großer ETFs

Die Folgen des historischen Kursrückgangs treffen nicht nur Anleger, die Alphabet-Aktien direkt halten.

Der Konzern ist in mehreren beliebten US-amerikanischen börsengehandelten Fonds hoch gewichtet. Deshalb spüren auch Anleger die Folgen, die ihr Geld auf mehrere Unternehmen verteilen.

Ein Beispiel ist der Communication Services Select Sector SPDR Fund (XLC). Die beiden Aktiengattungen von Alphabet machen zusammen rund 23 Prozent des Fonds aus.

Auch der bekannte Invesco QQQ, der den Nasdaq 100 abbildet, hält Alphabet-Aktien. Im Vanguard Growth ETF (VUG) zählt der Technologiekonzern mit einer Gewichtung von rund zehn Prozent sogar zu den größten Positionen.

Wer mehrere dieser Fonds hält, kann daher unbemerkt einen erheblichen Teil seines Vermögens in ein und dasselbe Unternehmen investiert haben.

Unterdessen investiert Alphabet weiterhin massiv in künstliche Intelligenz. Finanzchefin Anat Ashkenazi hat angekündigt, dass die Investitionen 2027 noch einmal deutlich steigen werden.

Damit wächst auch der Druck, mit diesen Ausgaben höhere Einnahmen zu erzielen. Entscheidend wird vor allem die Entwicklung der KI-Suche von Google sein. Derzeit verdient der Konzern mit Suchanfragen im KI-Modus weniger als mit herkömmlichen Suchanfragen.

Youssef Squali, Analyst bei Truist Securities, geht davon aus, dass Google zunächst gezielt Nutzer gewinnen will, bevor der Konzern die Werbeeinnahmen aus seinen neuen KI-Produkten stärker ausbaut.

Vorerst bleiben die Kosten jedoch hoch. Nach Prognosen, über die Barron’s berichtet, könnten die Investitionen von Alphabet noch bis 2028 über dem operativen Cashflow liegen.

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