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Google muss in Europa erneut eine hohe Strafe zahlen. Die irische Datenschutzaufsicht verhängt gegen den US-Technologiekonzern eine Millionenstrafe, weil das Unternehmen Standortdaten von Nutzern unzulässig verarbeitet haben soll. Nach Ansicht der Behörde konnten Nutzer dadurch die Kontrolle über ihre persönlichen Daten verlieren.
Für Google ist es der nächste finanzielle Rückschlag. Bereits Anfang des Jahres hatte der Konzern in Europa eine Strafe wegen Verstößen gegen Regeln für große Technologieunternehmen erhalten.
Die irische Data Protection Commission (DPC) hat gegen Google eine Strafe von 403 Millionen Euro verhängt. Die Aufsicht kommt zu dem Schluss, dass der Konzern bei der Verarbeitung und Speicherung von Standortdaten gegen europäische Datenschutzvorschriften verstoßen hat.
Dass ausgerechnet die irische Behörde einschreitet, liegt am europäischen Hauptsitz von Google in Irland. Die DPC handelt deshalb in Datenschutzverfahren gegen den Technologiekonzern im Namen der Europäischen Union.
Nach Angaben von DPC-Vertreter Graham Doyle gab es Mängel bei der Information der Nutzer. Diese hätten daher nicht ausreichend erkennen können, dass ihre Standortdaten genutzt wurden, um Werbung zu steuern und Interessen abzuleiten.
Dass Standortdaten länger als erforderlich gespeichert wurden, verschärfte das Problem nach Einschätzung Doyles zusätzlich. Nutzer konnten dadurch die Kontrolle über ihre persönlichen Informationen verlieren.
Die Verstöße ereigneten sich zwischen Mai 2018 und Februar 2020. Mit 403 Millionen Euro handelt es sich um die bislang vierthöchste Strafe, die die irische Datenschutzaufsicht verhängt hat.
Die neue Datenschutzstrafe kommt zu weiteren empfindlichen Sanktionen hinzu, die Google in Europa erhalten hat. Bereits Anfang des Jahres verhängte Brüssel gegen den Konzern eine Strafe von 460 Millionen Euro wegen Verstößen gegen den Digital Markets Act.
Dieses EU-Gesetz soll verhindern, dass große Technologieunternehmen ihre marktbeherrschende Stellung missbrauchen, und verpflichtet sogenannte Gatekeeper zu zusätzlichen Vorgaben.
Zuvor hatte Google außerdem eine Milliardenstrafe im Zusammenhang mit Android erhalten. Nach einem langwierigen Rechtsstreit musste der Konzern letztlich 4,6 Milliarden Euro zahlen, weil er seine marktbeherrschende Stellung rund um das mobile Betriebssystem missbraucht hatte.
Die Strafe der irischen Datenschutzaufsicht steht unabhängig von diesen Wettbewerbsverfahren. In diesem Fall geht es um den Schutz personenbezogener Daten und um die Frage, wie viel Kontrolle Nutzer tatsächlich über ihre Standortdaten hatten.
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