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Goldman Sachs hat sein Kursziel für den südkoreanischen Kospi-Index um 25 Prozent gesenkt. Die US-Investmentbank reagiert damit auf die massiven Kursverluste bei KI-Aktien, die weltweit für Unruhe sorgen.
Dennoch bleibt Goldman zuversichtlich. Nach Einschätzung der Bank hat der südkoreanische Aktienmarkt vom aktuellen Niveau aus noch ein Kurspotenzial von mehr als 60 Prozent.
Die Investmentbank hat ihr Zwölfmonatskursziel für den südkoreanischen Kospi-Index von 12.000 auf 9.000 Punkte gesenkt.
Der Anpassung gingen schwere Kursverluste voraus. Seit seinem Höchststand im Juni hat der Kospi mehr als 35 Prozent verloren.
Damit hat sich das Bild deutlich gewandelt. Anfang des Jahres zählte Südkorea noch zu den stärksten Aktienmärkten weltweit. Goldman Sachs hatte sein Kursziel im Juni sogar auf 12.000 Punkte angehoben und lange daran festgehalten.
Inzwischen belasten vor allem Sorgen über die enormen Investitionen in künstliche Intelligenz den Markt. Große Technologiekonzerne geben Hunderte Milliarden Dollar für Rechenzentren und andere KI-Infrastruktur aus. Anleger bezweifeln jedoch, dass diese Ausgaben ausreichend Gewinne abwerfen werden.
Steigende Finanzierungskosten verstärken diese Bedenken.
Der südkoreanische Aktienmarkt reagiert besonders empfindlich auf diese Entwicklung. Die Chiphersteller Samsung Electronics und SK Hynix zählen zu den Schwergewichten im Kospi und spielen eine zentrale Rolle bei der Herstellung von Speicherchips für KI-Systeme.
Der Verkaufsdruck bei diesen Unternehmen hat inzwischen auch den übrigen südkoreanischen Aktienmarkt erfasst.
Trotz des niedrigeren Kursziels bleibt Goldman Sachs für den südkoreanischen Aktienmarkt zuversichtlich. Nach Einschätzung der Analysten um Timothy Moe sind die Kurse inzwischen so stark gefallen, dass die Aktien attraktiv bewertet sind.
Die Markterwartungen an die Geschäftsergebnisse seien viel zu pessimistisch, schreiben die Analysten in einem Bericht vom 25. Oktober.
Das zeigt sich auch an den Bewertungen. Anleger zahlen für Unternehmen im Kospi derzeit im Schnitt lediglich das Vierfache des erwarteten Jahresgewinns. Laut Bloomberg ist das die niedrigste Bewertung, die seit 2006 an einem der 18 untersuchten Aktienmärkte verzeichnet wurde.
Gemessen an den erwarteten Gewinnen sind südkoreanische Aktien damit etwa halb so hoch bewertet wie indonesische Aktien.
Vor allem bei Chipherstellern sieht Goldman eine große Diskrepanz zwischen den Börsenkursen und den erwarteten Geschäftsergebnissen. Nach Einschätzung der Bank sind diese Aktien inzwischen so niedrig bewertet, dass Anleger offenbar einen Gewinnrückgang von 65 Prozent im Jahr 2027 einpreisen. Goldman hält dieses Szenario für viel zu pessimistisch.
Auch der übrige südkoreanische Aktienmarkt ist vergleichsweise günstig bewertet. Unternehmen außerhalb der Speicherchipbranche, die zusammen etwa die Hälfte des Kospi ausmachen, werden im Schnitt zum 7,6-Fachen des erwarteten Jahresgewinns gehandelt.
Goldman Sachs sieht nicht nur bei Technologieunternehmen Chancen. Die Bank bleibt auch für Unternehmen aus der Stromwirtschaft und der Industrie zuversichtlich. Gleiches gilt für Firmen, die von Verbesserungen in der Unternehmensführung in Südkorea profitieren.
Darüber hinaus sehen die Analysten Chancen bei Unternehmen, denen eine Erholung der Binnenwirtschaft und die internationale Popularität der koreanischen Kultur zugutekommen.
Der größte Unsicherheitsfaktor bleibt die KI-Branche. Anleger bezweifeln, dass die Hunderte Milliarden Dollar, die Technologiekonzerne in künstliche Intelligenz investieren, ausreichende Renditen erzielen werden. Solange diese Bedenken anhalten, könnten Chiphersteller und damit auch der Kospi unter Druck bleiben.
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