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Nach Angaben des iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian hat der Oberste Führer der Regierung besondere Vollmachten für Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten erteilt. Das nährt die Hoffnung auf ein Friedensabkommen. Davon profitieren derzeit vor allem Gold und Silber.
Nach der Meldung stieg der Goldpreis innerhalb von 25 Minuten um 1,26 Prozent, Silber legte sogar um 2,49 Prozent zu. Der Gesamtwert der beiden Edelmetalle erhöhte sich damit um 450 Millionen Dollar. Gleichzeitig fiel der Ölpreis um 2,77 Prozent – ein positives Signal für die Finanzmärkte.
Hohe Ölpreise treiben die Inflation an und zwingen die Zentralbanken zu einer restriktiveren Geldpolitik. Das belastet die Bewertungen nahezu aller Anlageklassen. Entsprechend legten auch die Aktienmärkte und Bitcoin (BTC) deutlich zu.
Der Ölpreis hatte heute bereits deutlich nachgegeben, nachdem Iran und die Vereinigten Staaten in den vergangenen drei Tagen Gespräche geführt hatten. Katar bemüht sich als Vermittler, eine erneute Eskalation zu verhindern. Pezeshkian erklärte, Iran strebe eine Lösung im Dialog an.
Außenminister Araghchi erklärte laut der Nachrichtenagentur IRNA, sein Land sei sowohl auf eine militärische Reaktion als auch auf diplomatische Verhandlungen besser vorbereitet als je zuvor. Iran bietet an, die Straße von Hormus innerhalb von 48 Stunden wieder zu öffnen und die Atomverhandlungen wieder aufzunehmen, sofern die Vereinigten Staaten seine Forderungen erfüllen.
Brent-Öl verbilligt sich heute um 6,15 Prozent. Sollte es bis Handelsschluss dabei bleiben, wäre dies der stärkste Rückgang seit Anfang Mai. Auch damals hatte die Hoffnung auf ein Abkommen zwischen den USA und Iran den Preisrückgang ausgelöst.
Gut einen Monat später kam dieses Abkommen tatsächlich zustande. Es wurde als Islamabad-Memorandum bekannt und sah im Wesentlichen eine Waffenruhe sowie eine Frist von 60 Tagen für Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden vor. Nun will Iran zu den damaligen Vereinbarungen zurückkehren. Zu seinen Forderungen zählen ein Ende der Hafenblockade, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte und die Aufhebung der Ölsanktionen.
Gold und Silber gelten als Inflationsschutz, leiden aber unter einer straffen Geldpolitik zur Bekämpfung der Teuerung. Wird die wichtigste Meerenge für den Ölhandel wieder geöffnet, könnte die Risikoprämie im Ölpreis rasch schwinden.
Das würde den Inflationsdruck mindern und könnte die Renditen am Anleihemarkt sinken lassen. Damit würden auch die Opportunitätskosten der Gold- und Silberhaltung sinken, weil Anleger auf geringere Zinserträge verzichten müssten.
Der Iran-Krieg hat die Anleiherenditen deutlich steigen lassen und die Edelmetalle stark belastet. Seit dem Höchststand von Ende Januar hat Gold 31 Prozent an Wert verloren, Silber sogar 60 Prozent.
Heute legen Gold und Silber zwar deutlich um 2,33 beziehungsweise 4,02 Prozent zu. Die massiven Verluste vom vergangenen Freitag sind damit aber noch nicht ausgeglichen.
Sollte Gold wieder über 4.000 Dollar je Feinunze steigen, würde sich das charttechnische Bild deutlich aufhellen.

Bei Silber sind dagegen noch deutlichere Kursanstiege nötig, bevor höhere Kursziele wieder in den Fokus rücken.

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