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Die Kryptoplattform Gemini ist seit ihrem Börsengang kräftig unter Druck geraten. Die Aktie notiert inzwischen rund 80 Prozent unter dem Niveau ihres Börsendebüts. Zugleich gehen die Handelsvolumina zurück, und das Unternehmen schreibt weiter Verluste. Der deutliche Kursrückgang befeuert nun neue Spekulationen über eine mögliche Übernahme.
Gemini kommt derzeit auf einen Börsenwert von rund 753 Millionen Dollar. Auf dem Höhepunkt war das Unternehmen noch etwa 4 Milliarden Dollar wert.
Auch die Zahlen der Kryptoplattform stehen unter Druck. Die Erlöse im Börsengeschäft sanken im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 38 Prozent auf 12,5 Millionen Dollar.
Das Handelsvolumen fiel sogar um 66 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar. Zugleich ging das auf der Plattform verwahrte Vermögen von 18,2 Milliarden auf 8,4 Milliarden Dollar zurück.

Dennoch verfügt Gemini über Bereiche, die für andere Kryptounternehmen interessant sein könnten. Vor allem die Lizenzen, die Custody-Infrastruktur und der bestehende Kundenstamm könnten bei einer möglichen Übernahme erheblichen Wert haben.
Für Wettbewerber kann es viel Zeit und Geld kosten, vergleichbare Genehmigungen selbst zu erhalten. Eine Übernahme könnte daher einen schnelleren Weg zu regulierten Aktivitäten in den Vereinigten Staaten eröffnen.
Das passt zu einem breiteren Trend in der Kryptobranche. Unternehmen übernehmen Konkurrenten nicht nur wegen der Handelsvolumina, sondern auch wegen Lizenzen, Kunden und des Zugangs zu bestimmten Märkten.
Lorenzo Valente, Director Digital Assets Research bei ARK Invest, brachte im vergangenen Monat Hyperliquid als möglichen Käufer von Gemini ins Spiel. Die Handelsplattform könnte Gemini demnach als regulierten Zugang zum US-Markt nutzen.
Hyperliquid könnte Valente zufolge damit unter anderem Perpetual Futures und Prognosemärkte in den USA anbieten. Hinweise darauf, dass das Unternehmen derzeit tatsächlich an einer Übernahme arbeitet, gibt es nicht.
Ein möglicher Verkauf hängt am Ende weitgehend von Cameron und Tyler Winklevoss ab. Die Gründer verfügen zusammen über rund 94,5 Prozent der Stimmrechte bei Gemini.
Das könnte Verhandlungen erleichtern, weil ein potenzieller Käufer vor allem mit den Brüdern eine Einigung erzielen müsste. Zugleich macht ihre Kontrolle eine feindliche Übernahme praktisch unmöglich.
Bereits früher wurde ein möglicher Verkauf der ehemaligen Aktivitäten von Gemini in Europa und im Vereinigten Königreich geprüft. Auch dabei sollen potenzielle Käufer vor allem an den zugehörigen Lizenzen interessiert gewesen sein. Zu einem Deal kam es am Ende nicht.
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