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Die Sorge um Frankreichs Wirtschaft und Staatsverschuldung wächst rasant. Anleger verkaufen französische Staatsanleihen und treiben damit die Finanzierungskosten des Landes deutlich in die Höhe. Zugleich nimmt die Unsicherheit über den Haushalt und den politischen Kurs im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2027 zu.
Die Probleme treffen Frankreich zu einem heiklen Zeitpunkt. Das Land will im kommenden Jahr mittel- und langfristige Staatsanleihen im Rekordvolumen von 340 Milliarden Euro ausgeben, um das Haushaltsdefizit zu finanzieren und fällige Schulden zu refinanzieren.
Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen ist auf rund 4,9 Prozent gestiegen – den höchsten Stand seit 2002. Seit Juni hat sie um mehr als einen Prozentpunkt zugelegt.
Der Anstieg zeigt, dass Anleger Kredite an Frankreich als zunehmend riskant betrachten. Als Ausgleich verlangen sie höhere Zinsen. Nach Einschätzung von Marie Jacot von Edmond de Rothschild verlangt der Markt angesichts der hohen Verschuldung Frankreichs immer höhere Risikoaufschläge.
Der weltweite Anstieg der Anleiherenditen erhöht den Druck zusätzlich. Inflation, hohe Energiepreise und wachsende Staatsschulden verteuern die Kreditaufnahme der Regierungen.
Frankreich trifft diese Entwicklung besonders hart. Die Staatsschulden belaufen sich auf fast 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, während das Haushaltsdefizit weiter wächst. Die höheren Zinsen verteuern zudem die Finanzierung dieser enormen Schuldenlast.
Die französische Regierung hat am Donnerstag weitreichende Sparmaßnahmen vorgestellt, um das Haushaltsdefizit zu senken. Ob es dafür genügend politische Unterstützung gibt, ist offen.
Das französische Parlament ist tief gespalten. Haushaltspläne haben in den vergangenen Jahren bereits mehrfach politische Krisen ausgelöst. Anleger befürchten, dass neue Konflikte notwendige Reformen erneut verzögern.
Auch die näher rückende Präsidentschaftswahl verstärkt die Unsicherheit. Für die Finanzmärkte ist vor allem entscheidend, welche Haushaltspolitik eine künftige Regierung umsetzen kann und ob sie dafür ausreichend Unterstützung findet.
Finanzminister Roland Lescure räumt ein, dass Frankreich das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen muss. Glaubwürdigkeit und Vertrauen seien notwendig, um den Renditeabstand zu anderen europäischen Ländern wieder zu verringern.
Die Folgen könnten über Frankreich hinausreichen. Das Land zählt zu den größten Volkswirtschaften der Eurozone. Eine weitere Verkaufswelle bei französischen Staatsanleihen könnte deshalb auch andere europäische Anleihemärkte unter Druck setzen.
Auch der Euro steht unter Druck. Laut Bloomberg ist die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar auf den tiefsten Stand seit 16 Monaten gefallen. Gleichzeitig bauen Hedgefonds Positionen aus, mit denen sie auf eine weitere Abwertung setzen.
Die steigenden Anleiherenditen verschärfen Frankreichs Probleme weiter. Höhere Finanzierungskosten bedeuten, dass ein größerer Teil des Haushalts für Zinszahlungen aufgewendet werden muss. Für andere Staatsausgaben bleibt dadurch weniger Spielraum.
Frankreich ist damit nicht allein. Der weltweite Anstieg der Anleiherenditen verteuert die Kreditaufnahme der Staaten zunehmend. Das erhöht den Druck auf Länder, die bereits mit hohen Schulden und großen Haushaltsdefiziten kämpfen. Bloomberg
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Die Renditen französischer Staatsanleihen erreichen den höchsten Stand seit 2002. Anleger befürchten, dass sich die Schuldenprobleme in Europa weiter verschärfen.
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