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Frankreich verschärft die Kontrolle von Kryptoanlegern. Der französische Senat hat einem Gesetzentwurf zugestimmt, der es Steuerbehörden ermöglicht, Daten zu Kryptotransaktionen automatisch mit anderen Ländern auszutauschen.
Das Vorhaben soll Steuerhinterziehung bekämpfen, weckt aber zugleich erhebliche Sorgen um die Sicherheit der Anleger.
In der Kritik steht vor allem der Umfang der sensiblen Daten, die Behörden sammeln. In Frankreich haben gewaltsame Überfälle auf Besitzer von Bitcoin (BTC) und anderen Kryptowährungen deutlich zugenommen.
Der französische Senat hat den Gesetzentwurf am Dienstag in erster Lesung gebilligt. Inzwischen liegt er der Nationalversammlung zur weiteren Beratung vor. Die neuen Regeln sind damit noch nicht endgültig beschlossen.
Das Gesetz ermöglicht es Steuerbehörden, Informationen über Kryptotransaktionen automatisch mit ausländischen Behörden auszutauschen. Für Anleger wird es damit schwieriger, Kryptovermögen vor dem Fiskus zu verbergen.
Der Entwurf basiert auf dem Crypto-Asset Reporting Framework (CARF), das die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) entwickelt hat. Dieser internationale Standard soll sicherstellen, dass die teilnehmenden Länder Daten nach einheitlichen Vorgaben erheben und austauschen.
Frankreich hat bereits zuvor entsprechende Maßnahmen ergriffen. Mit dem Haushaltsgesetz für 2025 wurden die europäischen Meldevorschriften unter der Bezeichnung DAC8 eingeführt.
Diese Vorschriften verpflichten Kryptoplattformen, Daten über ihre Kunden und deren Transaktionen an die Steuerbehörden zu übermitteln. Die Angaben können anschließend an die Finanzbehörden des europäischen Landes weitergegeben werden, in dem der jeweilige Nutzer wohnt.
Unterdessen berät das französische Parlament über weitere steuerliche Maßnahmen. Am 16. Oktober stimmte die Nationalversammlung einem Änderungsantrag zu, nach dem Gewinne aus dem Tausch von Kryptowährungen in bestimmte Stablecoins ab dem 1. Januar 2027 steuerpflichtig wären.
Stablecoins sind Kryptowährungen, deren Wert etwa an den US-Dollar gekoppelt ist. Auch diese Steueränderung ist noch nicht endgültig beschlossen. Die parlamentarischen Beratungen über den Einnahmenteil des Haushalts werden fortgesetzt. Eine Abstimmung ist für den 3. November vorgesehen.
Die strengeren Kontrollen haben jedoch auch eine Kehrseite. Durch die neuen Meldepflichten erhalten Steuerbehörden Zugang zu umfangreichen personenbezogenen Daten von Kryptoanlegern.
Dazu zählen Namen, Adressen, Steuernummern und Transaktionsvolumina. Nach Einschätzung von Faustine Fleuret, die bei der Kryptoplattform Morpho für internationale Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, birgt das erhebliche Sicherheitsrisiken.
Gegenüber Cointelegraph warnte sie, eine durch ein Datenleck öffentlich gewordene Liste von Kryptobesitzern gefährde nicht nur deren Privatsphäre, sondern auch ihre körperliche Unversehrtheit.
Verstärkt werden diese Bedenken durch Pläne der Europäischen Kommission. Brüssel will spätestens bis Ende 2026 eine zentrale Datenbank für Kryptomeldungen einrichten. Nationale Steuerbehörden sollen dort Informationen über ihre eigenen Steuerpflichtigen abrufen können.
Fleuret befürchtet, dass eine solche zentrale Datenbank zu einem attraktiven Ziel für Hacker wird. Werden sensible Daten an einem Ort gebündelt, kann ein Sicherheitsvorfall weitreichende Folgen haben.
Die Warnung fällt in eine Zeit, in der Frankreich eine schwere Welle der Gewalt gegen Kryptoanleger erlebt.
Nach Angaben des Blockchain-Sicherheitsunternehmens CertiK gab es im ersten Halbjahr 2026 weltweit 52 bestätigte körperliche Angriffe auf Kryptobesitzer. Allein 33 davon ereigneten sich in Frankreich.
Bei solchen Angriffen versuchen Kriminelle, ihre Opfer durch Gewalt oder Drohungen zur Herausgabe ihrer Kryptowährungen zu zwingen. Diese Straftaten werden auch als „Wrench Attacks“ bezeichnet.
Ein aufsehenerregender Fall ereignete sich im März. Kriminelle, die sich als Polizisten ausgaben, überfielen ein französisches Ehepaar Ende fünfzig. Die Täter erbeuteten Bitcoin im Wert von rund einer Million US-Dollar.
Die Zahlen verdeutlichen, warum der Schutz personenbezogener Daten besonders heikel ist. Erhalten Kriminelle Zugang zu Informationen über Identität, Wohnort und Kryptovermögen von Anlegern, könnten sie ihre Opfer gezielter auswählen.
Die europäischen Pläne sollen Steuerhinterziehung bekämpfen, stellen die Behörden aber zugleich vor erhebliche Anforderungen an die Datensicherheit. Besonders in Frankreich, wo Kryptobesitzer vergleichsweise häufig Opfer von Gewalt werden, geht es dabei um mehr als die Vertraulichkeit finanzieller Daten.
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