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Frankreich will die Steuervorschriften für Kryptoanleger deutlich verschärfen. Wer Bitcoin (BTC) oder andere Kryptowährungen mit Gewinn in bestimmte Stablecoins tauscht, muss darauf möglicherweise ab 2027 sofort Steuern zahlen. Das könnte erhebliche Folgen für Anleger haben, die Gewinne vorübergehend sichern, ohne Geld auf ihr Bankkonto zu überweisen.

Frankreich plant strengere Steuerregeln für Stablecoins

Die französische Nationalversammlung hat am 16. Oktober einem Vorschlag zur Änderung der Kryptobesteuerung zugestimmt. Die Abstimmung fiel denkbar knapp aus: 38 Abgeordnete stimmten dafür, 37 dagegen, 25 enthielten sich.

Bislang können französische Anleger ihre Kryptowährungen unter bestimmten Voraussetzungen in andere digitale Coins tauschen, ohne unmittelbar Steuern zahlen zu müssen. Eine Steuerpflicht entsteht in der Regel erst, wenn sie ihre Kryptowährungen gegen herkömmliches Geld verkaufen oder damit bezahlen.

Für bestimmte Stablecoins soll die neue Regelung diese Ausnahme abschaffen. Stablecoins sind digitale Coins, deren Wert etwa an den Dollar oder den Euro gekoppelt ist und deshalb vergleichsweise stabil bleibt.

Wer beispielsweise Bitcoin mit Gewinn gegen einen Stablecoin tauscht, der unter die neuen Vorschriften fällt, könnte künftig sofort Steuern zahlen müssen. Der reguläre Steuersatz auf private Kryptogewinne beträgt derzeit 31,4 Prozent.

Anleger müssten damit unter Umständen Steuern zahlen, obwohl ihr Kapital noch vollständig im Kryptomarkt liegt.

Neue Regeln gelten nicht für alle Stablecoins

Die geplante Besteuerung erfasst nicht automatisch jeden Stablecoin. Frankreich orientiert sich an der europäischen Kryptoverordnung MiCA, die zwischen verschiedenen Arten digitaler Coins unterscheidet.

Der Vorschlag betrifft ausdrücklich Stablecoins, die rechtlich als E-Geld-Token eingestuft sind. Ob ein bestimmter Stablecoin unter die neuen Steuervorschriften fällt, hängt somit von seiner rechtlichen Einordnung ab.

Die Pläne stoßen auch auf Kritik. François Volpoet vom Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis warnt, strengere Steuervorschriften könnten Anleger dazu bewegen, auf ausländische Handelsplattformen oder dezentrale Kryptodienste auszuweichen.

Auch in der französischen Politik gibt es Bedenken. Minister David Amiel verwies auf praktische Schwierigkeiten bei der Kontrolle solcher Transaktionen. Der Abgeordnete Philippe Juvin sprach sich dafür aus, die bestehende Steuerbefreiung beim Tausch von Kryptowährungen vorerst beizubehalten.

Auch Berechnung der Kryptogewinne könnte sich ändern

Neben der Besteuerung beim Tausch in Stablecoins will Frankreich auch die Berechnung von Kryptogewinnen ändern.

Bislang werden bei Privatanlegern der Wert und die Anschaffungskosten des gesamten Kryptoportfolios berücksichtigt. Der neue Vorschlag stellt stärker auf den Kaufpreis der tatsächlich verkauften Coins ab.

Hat ein Anleger denselben Coin zu unterschiedlichen Zeitpunkten gekauft, kann dafür ein gewichteter durchschnittlicher Kaufpreis herangezogen werden.

Das könnte sich auf die Höhe der Steuerlast auswirken, insbesondere bei Anlegern, die regelmäßig handeln.

Beschlossen sind die neuen Regeln allerdings noch nicht. Das Parlament hat bislang lediglich einem Änderungsantrag zum Haushalt für 2027 zugestimmt. Die Beratungen über den Gesamthaushalt stehen noch aus, und auch der französische Senat muss sich damit befassen.

Wird die Regelung endgültig verabschiedet, soll sie am 1. Januar 2027 in Kraft treten.

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