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Für Bitcoiner gab es gestern Grund zur Freude: In seiner Rede erklärte Jerome Powell, der Vorsitzende der US-Notenbank, das Ende des Bilanzabbaus sei nahe – etwas, das sich in der Vergangenheit für die Digitalwährung äußerst positiv ausgewirkt hat.
„Die Federal Reserve könnte in den kommenden Monaten dem Ende des Bilanzabbaus näherkommen“, so lauteten Powells Worte bei einer Rede gestern Abend in Philadelphia.
Das Schrumpfen der Bilanz wird auch quantitative tightening (QT) genannt, auf Deutsch etwa „quantitative Straffung“. Seit 2022 verfolgt die Notenbank diese Politik, bei der sie Staatsanleihen verkauft und so Geld aus der Wirtschaft zieht. Ziel ist es, die Wirtschaft abzukühlen und die Inflation zu senken.
Das wirkt wie eine Reaktion auf den sich verschlechternden Arbeitsmarkt. Das hat die Notenbank bereits im vergangenen Monat dazu veranlasst, den Leitzins in diesem Jahr erstmals zu senken (um 0,25 Prozentpunkte).
Viele Analysten sagen, dass dieses Ende automatisch den Beginn des gegenteiligen Prozesses bedeutet: quantitative easing (QE), also quantitative Lockerung. So war es auch beim letzten Mal im Jahr 2019.
Powell stellte allerdings noch im Februar dieses Jahres klar, dass QE nur eingesetzt werde, wenn die Zinsen nahe null liegen. Mit einem aktuellen Satz zwischen 4,00 und 4,25 Prozent ist man davon noch weit entfernt. Insofern hat die Notenbank viel Spielraum, zunächst an diesem Hebel zu drehen. Zudem ist die Inflation nach wie vor eher hoch, weshalb die Entscheidungsträger vorsichtig bleiben.
Doch schon das Ende von QT ist eine gute Nachricht. Im System verbleibt mehr Geld – schlicht mehr Treibstoff für die Finanzmärkte. Bitcoin (BTC) und der Rest des Kryptomarkts reagieren in der Regel sensibel auf Liquiditätswellen.
Nach Powells Worten schoss der Bitcoin-Kurs dann auch von rund 112.000 US-Dollar auf über 113.000 US-Dollar nach oben.
Powell betonte erneut, dass die „Risiken für den Arbeitsmarkt zugenommen haben“. „Wir müssen sorgfältig zwischen dem Kampf gegen die Inflation und der Vermeidung unnötiger Arbeitsplatzverluste abwägen“, sagte er.
Am 29. Oktober kommen die Entscheidungsträger erneut zusammen, um einen Zinsentscheid zu treffen. Der Terminmarkt beziffert die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung inzwischen auf 95,7 Prozent. Und 94,6 Prozent rechnen damit, dass auch im Dezember erneut gesenkt wird.
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