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Die Europäische Zentralbank (EZB) geht zwei wichtige Schritte in Richtung Blockchain-Nutzung im Finanzsektor. Die Notenbank hat Pontes gestartet, ein System, mit dem große Finanzakteure Transaktionen mit tokenisierten Wertpapieren in Zentralbankgeld abwickeln können.
Zugleich will die EZB die Technologie künftig auch selbst einsetzen. Die Notenbank bereitet vor, einen kleinen Teil ihres eigenen Portfolios in tokenisierte Wertpapiere zu investieren. Damit rückt Blockchain bei der EZB zunehmend vom Experiment in die praktische Anwendung.
Tokenisierung bedeutet vereinfacht gesagt, dass etwa eine Anleihe oder Aktie digital auf einer Blockchain abgebildet wird. Banken können Wertpapiere dadurch über neue digitale Infrastrukturen emittieren und handeln. Pontes soll in Europa sicherstellen, dass die Zahlung am Ende in Euro-Zentralbankgeld des Eurosystems abgewickelt wird.
Pontes bildet damit eine Brücke zwischen Blockchainplattformen von Finanzinstituten und den bestehenden Zahlungssystemen des Eurosystems. Banken müssen für Blockchain-Transaktionen dadurch nicht auf Stablecoins oder andere private digitale Zahlungsmittel ausweichen.
Unter anderem Deutsche Bank, Santander, Société Générale und die Europäische Investitionsbank haben den Anschlussprozess bereits abgeschlossen. Auch Clearstream, ein großer europäischer Anbieter für die Abwicklung und Verwahrung von Wertpapieren, ist beteiligt.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde sieht die Einführung als Teil einer umfassenderen Modernisierung des europäischen Finanzmarkts.
„Das Eurosystem will Europas Finanzmarkt im digitalen Zeitalter stärker integrieren, innovationsfähiger machen und widerstandsfähiger aufstellen.“
Pontes startet zunächst mit einem begrenzten Funktionsumfang und soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Die vollständige Einführung ist nach Angaben der EZB für 2028 geplant.
Auffällig ist, dass die EZB Blockchain nicht nur als Infrastruktur nutzen will. Die Notenbank bereitet sich auch darauf vor, für ihr eigenes Portfolio tokenisierte Wertpapiere zu kaufen. Dieses Portfolio hat ein Volumen von rund 23 Milliarden Euro.
Zunächst geht es um vergleichsweise klassische Anlagen, etwa auf Euro lautende Anleihen von Staaten, öffentlichen Stellen und europäischen Institutionen. Neu ist vor allem die Art, wie diese Wertpapiere emittiert und gehandelt werden.
Damit geht die EZB über reine Blockchain-Experimente hinaus. Die Notenbank will die Technologie nun auch selbst in der Praxis nutzen – als Anlegerin und als Abwicklungsinstanz.
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