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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinsen erneut angehoben. Es ist die zweite Zinserhöhung, seit der Krieg mit dem Iran die Energiepreise deutlich nach oben getrieben hat. Der Einlagenzins steigt um 0,25 Prozentpunkte von 2,25 auf 2,50 Prozent.
Mit der Anhebung versucht die EZB, die wieder anziehende Inflation im Euroraum unter Kontrolle zu bringen. Die Teuerungsrate stieg im August auf 3,3 Prozent und liegt damit deutlich über dem Zielwert von zwei Prozent. Vor allem die hohen Öl- und Gaspreise sorgen für neuen Preisdruck.
Bereits im Juni hatte die EZB die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Es war die erste Zinserhöhung, seit der Krieg im Nahen Osten die Energiepreise in die Höhe getrieben hatte. Im Juli ließ die Zentralbank den Zins anschließend unverändert bei 2,25 Prozent.
Nun folgt die zweite Anhebung. Die höheren Energiepreise wirken zunehmend in die europäische Wirtschaft hinein. Unternehmen zahlen mehr für Energie, Transport und Produktion und können einen Teil dieser Kosten letztlich an die Verbraucher weitergeben.
Für die EZB ist die Lage heikel. Höhere Zinsen können helfen, die Inflation zu bremsen, verteuern aber zugleich Kredite für Haushalte und Unternehmen. Damit kann die Zentralbank auch das Wirtschaftswachstum belasten.
Der Krieg mit dem Iran bleibt dabei ein wichtiger Unsicherheitsfaktor. Brent-Öl notiert inzwischen über 100 Dollar je Barrel, und auch der europäische Gaspreis ist stark gestiegen.
Anleger gehen zudem nicht davon aus, dass die EZB nach der heutigen Entscheidung am Ende ihres Straffungskurses ist. An den Finanzmärkten sind drei weitere Zinserhöhungen nahezu vollständig eingepreist.
Das bedeutet, dass die Zinsen in den kommenden Monaten weiter steigen könnten, falls die Inflation hoch bleibt. Die EZB hatte zuvor betont, dass künftige Entscheidungen von neuen Konjunkturdaten abhängen und sich die Zentralbank nicht vorab auf einen bestimmten Zinspfad festlegt.
Für die Finanzmärkte ist das von Bedeutung. Höhere Zinsen in Europa machen Anleihen attraktiver, können aber Aktien, Immobilien und andere risikoreiche Anlagen belasten. Auch Hypotheken und andere Kredite könnten teurer werden.
Im Laufe des Tages veröffentlicht die EZB zudem neue Wirtschaftsprognosen. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Inflationserwartung für 2027.
Im Juni hatte die Zentralbank für 2027 noch eine durchschnittliche Inflation von 2,3 Prozent erwartet. Das war bereits eine Anhebung gegenüber der vorherigen Schätzung von zwei Prozent. Die EZB verwies dabei vor allem auf die stark gestiegenen Energiepreise.
Ökonomen rechnen damit, dass die Prognose für 2027 heute erneut angehoben wird. Damit würde deutlich, dass die EZB nicht mehr nur von einem vorübergehenden Energieschock ausgeht, sondern mit länger anhaltendem Preisdruck rechnet.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde erläutert die Zinsentscheidung und die Aussichten für die europäische Wirtschaft am späteren Nachmittag auf einer Pressekonferenz.
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