Ethereum (ETH) stand vor Jahren kurz davor, Bitcoin (BTC) im Gesamtwert zu überholen. Viele Investoren waren auch in den folgenden Jahren überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, bis die Altcoin Bitcoin vom Thron stoßen würde. Jetzt spricht niemand mehr darüber, und die Lücke zwischen den beiden Münzen ist größer denn je.
Fast ein neuer Kryptokönig
Im Juni 2017 kam Ethereum erschreckend nahe. Die Marktkapitalisierung (der Gesamtwert aller im Umlauf befindlichen Ether) erreichte Mitte des Monats 36,8 Milliarden Dollar, nur 17 Prozent unter den 44,3 Milliarden Dollar von Bitcoin. Der Ethereum Kurs lag damals bei etwa 400 Dollar, während Bitcoin für etwa 2.700 Dollar den Besitzer wechselte.
Der ICO-Wahnsinn war der große Treiber. Im Jahr 2017 flossen über 7 Milliarden Dollar in neue Coins, fast alle auf dem Ethereum-Netzwerk. Das war viermal mehr als das Geld, das in Kryptoaktien ging. Kein Wunder also, dass die Nachfrage nach ETH explodierte.
Danach stahl Bitcoin wieder die Show. Ethereum stieg im Rest von 2017 um etwa 200 Prozent, während Bitcoin um mehr als 600 Prozent in die Höhe schoss.
Dennoch blieb der Begriff ‚flippening‘, der auf den historischen Moment anspielte, in dem Ethereum und Bitcoin die Positionen ‚flippen‘ würden, unter Investoren hängen.
Institutionen treiben Bitcoin weiter voran
Ethereum kam danach nie wieder so nah an Bitcoin heran wie im Jahr 2017. Dennoch entstand während des Bullenmarktes von 2020-2021 erneut Optimismus unter den Investoren, dass ein Überholen letztendlich unvermeidlich wäre.
Jetzt ist das anders. Das Momentum liegt seit Jahren vollständig bei Bitcoin und die Lücke zwischen den beiden ist größer denn je. Der aktuelle Bullenmarkt wird bisher größtenteils von institutionellen Investoren angetrieben. Und die wählen fast alle Bitcoin als das digitale Gold.
Die amerikanischen Spot-Börsenfonds haben seit ihrem Eintritt im letzten Januar bereits Dutzende von Milliarden Dollar erhalten und Rekord um Rekord auf dem traditionellen Markt für ETFs gesetzt.
Große Unternehmen legen noch einen drauf. Allein das Strategy von Michael Saylor kaufte in diesem Jahr bereits für über 16 Milliarden Dollar BTC. Auch Namen wie Metaplanet und Twenty One Capital (von Jack Mallers) haben Milliarden in die größte Münze gepumpt.
Ethereum konnte kaum von dieser institutionellen Welle profitieren und blieb zurück.
ETH/BTC sinkt weiter
Das Verhältnis zwischen Ethereum und Bitcoin sinkt seit drei Jahren fast ununterbrochen. Seit Dezember 2021 verliert ETH im Vergleich zu BTC. Mit anderen Worten: Man bekommt für einen Ether immer weniger Bitcoins.
Und das gilt nicht nur für ETH, sondern für fast alle Altcoins. Den Begriff ‚flippening‘ hört man daher auch nur noch selten. Investoren fragen sich eher, ob Ethereum überhaupt noch ein neues Allzeithoch erreichen kann. Denn das letzte Rekordhoch stammt bereits aus November 2021, mit einem Kurs von etwa 4.900 Dollar.
Bitcoin hat sein Rekordhoch aus 2021 bereits um mehr als 60 Prozent übertroffen, während Ethereum noch nicht einmal in die Nähe gekommen ist.
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