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Ethereum Name Service (ENS) steht vor einer grundlegenden Umstellung. Gründer Nick Johnson will ein neues System einführen, mit dem Nutzer ihre .eth-Domains einfacher verwalten können. Die Pläne betreffen sowohl bestehende Domaininhaber als auch Nutzer, die eine solche Domain registrieren wollen. Für bestehende Nutzer besteht vorerst kein Handlungsbedarf. Während der Umstellung kann es allerdings vorübergehend zu Einschränkungen kommen.
Ethereum Name Service ersetzt komplizierte Adressen im Ethereum-Netzwerk durch leicht lesbare Namen. Statt einer langen Folge aus Buchstaben und Zahlen können Nutzer beispielsweise beispiel.eth verwenden, um Kryptowährungen zu empfangen.
ENS-Gründer Nick Johnson hat nun einen Vorschlag eingereicht , um ENSv2 im Ethereum-Mainnet zu aktivieren. Dabei handelt es sich um das Hauptnetzwerk, in dem Ethereum-Transaktionen abgewickelt werden.
Mit ENSv2 erhält die Plattform eine neue technische Struktur. Nutzer sollen dadurch mehr Möglichkeiten bei der Verwaltung ihrer Domains erhalten. Auch Zugriffsrechte lassen sich künftig einfacher festlegen, etwa wenn mehrere Personen eine Domain gemeinsam verwalten.
Die wichtigste Änderung betrifft die Registrierung neuer Domains. Sobald ENSv2 aktiviert ist, müssen alle neuen .eth-Domains über das neue System registriert werden.
Das bisherige Registrierungssystem bleibt bestehen, hat künftig aber einen eingeschränkten Funktionsumfang. Nutzer können ihre bestehenden Domains weiterhin verlängern. Neue Registrierungen werden dort dagegen nicht mehr möglich sein.
Zudem will ENS Labs die verbleibenden administrativen Kontrollrechte über ENSv2 an die ENS DAO übertragen. Eine solche DAO ist eine Organisation, deren Mitglieder Entscheidungen gemeinsam per Abstimmung treffen.
Für Inhaber einer .eth-Domain ändert sich vorerst wenig. Ihre bestehenden Domains funktionieren weiterhin. Ein Wechsel zu ENSv2 ist nicht verpflichtend.
Auch die Verlängerung von Domains bleibt über das bisherige System möglich. Nutzer können somit selbst entscheiden, wann sie auf die neue Version umsteigen.
ENS Labs hat zudem eine wichtige Vorkehrung getroffen: Alle bestehenden .eth-Domains sind in ENSv2 für ihre bisherigen Inhaber reserviert.
Damit wird verhindert, dass Dritte während der Umstellung dieselbe Domain im neuen System registrieren.
Dennoch kann die Umstellung vorübergehend zu Einschränkungen führen. Das betrifft vor allem Nutzer, die eine neue Domain registrieren möchten.
Bevor ENSv2 vollständig aktiviert wird, müssen die bestehenden Domaindaten übertragen und mit dem neuen System synchronisiert werden.
Nach Angaben von Johnson kann dieser Vorgang mehrere Stunden dauern. In dieser Zeit können neue .eth-Domains möglicherweise vorübergehend nicht registriert werden. Das gilt sowohl für das alte als auch für das neue System.
Bestehende Domains bleiben während dieser Arbeiten uneingeschränkt nutzbar. Wer bereits eine .eth-Adresse verwendet, um Kryptowährungen zu empfangen, muss daher nicht unmittelbar tätig werden.
Obwohl die Planungen weit fortgeschritten sind, steht die Einführung von ENSv2 noch nicht endgültig fest. Den vorliegenden Angaben zufolge befindet sich der Vorschlag im Entwurfsstadium und muss zunächst von der ENS DAO genehmigt werden.
Die Entscheidung liegt damit nicht allein bei ENS Labs. Die Stimmberechtigten innerhalb der Organisation entscheiden darüber, ob das Upgrade tatsächlich umgesetzt wird.
Dafür gelten klare Voraussetzungen. Bei der Abstimmung müssen mindestens eine Million ENS-Stimmen abgegeben werden. Das entspricht einem Prozent aller Stimmrechte. Zudem muss die Mehrheit der abgegebenen Stimmen den Vorschlag unterstützen.
Die Abstimmung dauert sieben Tage. Stimmt die Community zu, gilt anschließend eine verbindliche Wartefrist von mindestens zwei Tagen, bevor die Änderungen umgesetzt werden dürfen.
Ein offizieller Termin für die Abstimmung wurde im Vorschlag bislang nicht genannt.
Bei einer Zustimmung wird ENSv2 künftig zum Standardsystem für die Registrierung neuer .eth-Domains. Zudem erhält die ENS DAO mehr Mitspracherechte bei der Verwaltung der Plattform.
Bestehende Domaininhaber können ihre Domains weiterhin über das alte System verlängern. Eine verpflichtende Migration ist im vorgeschlagenen Übergang nicht vorgesehen.
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