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Künstliche Intelligenz könnte der Spielebranche eine neue Blütezeit bescheren. Davon ist Epic-Games-Chef Tim Sweeney überzeugt. Elon Musk schloss sich dieser Einschätzung in dieser Woche öffentlich an. Nach Sweeneys Ansicht könnte KI Spiele ermöglichen, deren Entwicklung bislang schlicht zu teuer gewesen wäre, um rentabel zu sein.

Für börsennotierte Spieleunternehmen wie Take-Two, Electronic Arts und Ubisoft könnte das weitreichende Folgen haben.

Großes Sparpotenzial bei der Spieleentwicklung

Als Beispiel nennt Sweeney seine eigene Arbeit an der ersten Unreal Engine. Rund 30 Prozent seiner Zeit entfielen damals auf anspruchsvolle Aufgaben wie Netzwerktechnik, Texturierung und Systemarchitektur.

Die übrigen 70 Prozent verbrachte er nach eigenen Angaben überwiegend damit, Code zu schreiben, anzupassen und neu zu schreiben. Genau solche Aufgaben kann KI zunehmend übernehmen.

Noch bemerkenswerter findet Sweeney, dass KI inzwischen auch komplexere technische Probleme lösen kann. Er vergleicht die Technologie sogar mit dem legendären, durch Doom und Quake bekannten Programmierer John Carmack, dessen Fähigkeiten damit unmittelbar verfügbar wären.

Weitreichende Folgen für Spielepublisher

Für Anleger ist dabei vor allem die wirtschaftliche Rechnung interessant. Die Entwicklung großer Spieletitel wird immer teurer und dauert mitunter fast zehn Jahre. GTA 6 ist dafür ein extremes Beispiel.

Wenn KI die Entwicklungszeit verkürzt, Teams produktiver macht und Teile der Programmierung, der Dialogerstellung und der Produktion von Spielinhalten automatisiert, könnten die Kosten pro Spiel deutlich sinken.

Für Publisher wären damit höhere Margen und kürzere Abstände zwischen Veröffentlichungen möglich. Ein Unternehmen wie Take-Two könnte beispielsweise weniger abhängig davon werden, nur einmal in zehn Jahren einen großen Blockbuster zu veröffentlichen.

EA könnte schneller neue Inhalte für bestehende Spielereihen produzieren. Kleinere Publisher könnten mit unveränderter Teamgröße aufwendigere Spiele entwickeln.

Niedrigere Kosten verschärfen den Wettbewerb

Dieselbe Technologie senkt allerdings auch die Markteintrittshürden. Wenn kleine Studios dank KI hochwertige Spiele zu deutlich geringeren Kosten entwickeln können, nimmt die Konkurrenz stark zu.

Ein größeres Angebot macht es zudem noch schwieriger, die Aufmerksamkeit der Spieler zu gewinnen. Deshalb dürften vor allem Unternehmen mit starken Spielereihen, leistungsfähigem Vertrieb und einer treuen Spielerschaft profitieren.

KI könnte die Kostenstruktur der Spielebranche grundlegend verändern. Für börsennotierte Publisher bietet sich damit eine große Chance: Sie könnten nicht nur bessere Spiele entwickeln, sondern diese vor allem deutlich günstiger und schneller auf den Markt bringen.

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