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Das digitale Identitätsprojekt World, gegründet von Sam Altman – dem CEO von OpenAI und Mitgründer von Worldcoin – steht erneut in der Kritik. In Thailand haben die Behörden einen Standort durchsucht, an dem Irisscans durchgeführt werden – ein wichtiger Bestandteil des Verifizierungsprozesses der Plattform.
Die thailändische Finanzaufsicht (SEC) und das Cyber Crime Investigation Bureau (CCIB) bestätigen, dass sich die Razzia gegen eine Einrichtung richtete, die möglicherweise in den Handel mit dem WLD-Token, der Kryptowährung von World, verwickelt ist. Nach Angaben der Behörden könnte es zu Verstößen gegen das thailändische Recht für digitale Vermögenswerte gekommen sein.
Der WLD-Token ist die digitale Währung, die World an Nutzer ausgibt, die ihre Identität per Irisscan mit einer sogenannten Orb verifizieren lassen. Weltweit betreibt das Unternehmen Hunderte dieser Geräte; laut offiziellen Zahlen sind 102 davon in Thailand im Einsatz.
Nach Ermittlungen stellten die Behörden fest, dass der lokale Anbieter von WLD-Tauschdiensten möglicherweise ohne Lizenz tätig war. Verdächtige wurden festgenommen, und der Fall wird von den thailändischen Strafverfolgungsbehörden weiter untersucht.
World teilte in einer Erklärung mit, Tokens nur in Ländern zu verteilen, in denen dies gesetzlich zulässig ist. Die Verfügbarkeit des WLD-Tokens hänge dem Unternehmen zufolge von Faktoren wie Standort, Alter und lokalen Vorschriften ab.
Auf der Website von World heißt es, die Plattform sei nicht verantwortlich für den Handel mit WLD über externe Plattformen wie zentralisierte oder dezentralisierte Kryptobörsen. Damit versucht das Unternehmen, sich von möglichen Verstößen Dritter zu distanzieren.
Die Razzia in Thailand ist das jüngste Kapitel in einer Reihe von Kontroversen rund um Worldcoin. Das Projekt, das ein globales digitales Identitätsnetzwerk auf Basis biometrischer Daten wie Irisscans aufbauen will, steht schon länger unter genauer Beobachtung.
Kritiker warnen vor Risiken in puncto Privatsphäre, Datensicherheit und Aufsicht. Regierungen in mehreren Ländern, darunter Deutschland, Kenia und das Vereinigte Königreich, haben zuvor bereits Fragen zur Arbeitsweise von Worldcoin gestellt.
Die Situation in Thailand macht deutlich, dass World Schwierigkeiten hat, seine innovative Technologie mit lokalem Recht in Einklang zu bringen. Während sich das Unternehmen als Vorreiter im Bereich digitaler Identität positioniert, wächst der Druck von Aufsichtsbehörden weltweit.
Die Razzia zeigt, wie schmal die Grenze zwischen Innovation und Regulierung bleibt. Für Sam Altman und sein Team ist die Herausforderung offenbar nicht nur technischer, sondern auch rechtlicher Natur: Wie lässt sich ein globales Projekt umsetzen, ohne mit nationalen Vorschriften in Konflikt zu geraten?
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