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Kryptowährungen versprechen finanzielle Souveränität. Doch mit ihrer zunehmenden Verbreitung drängen immer mehr Banken in den Markt. Deutschland nimmt dabei in Europa eine Vorreiterrolle ein: Die größte Bank des Landes beginnt in wenigen Wochen mit der Verwahrung von Kryptowährungen. Im kommenden Jahr soll der Dienst auch in Asien verfügbar sein.
Die Deutsche Bank will ihre Kryptoverwahrung 2027 auch in Asien anbieten. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag unter Berufung auf Gerald Podobnik, Co-Leiter der Unternehmensbank. In welchen Ländern der Dienst zuerst verfügbar sein soll, ist noch offen.
Zunächst startet das Angebot in Deutschland. Institutionelle Kunden und Unternehmen können bei der Bank Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) sowie die Stablecoins USDC, EURC und EURAU verwahren lassen. Stablecoins sind Kryptowährungen, deren Wert an den Dollar oder den Euro gekoppelt ist.
Die Bank verwaltet dabei die privaten Schlüssel, die den Zugriff auf die Coins ermöglichen. Davon profitieren beide Seiten: Kunden müssen keine eigene, kostspielige Sicherheitsinfrastruktur aufbauen, während die Bank ihre Kundenbindung stärkt.
Das widerspricht dem ursprünglichen Krypto-Gedanken, die eigenen Schlüssel selbst zu verwalten. Für Pensionsfonds und Vermögensverwalter hat Sicherheit jedoch Vorrang, da sie strenge Verwahrungsvorschriften einhalten müssen.
In Deutschland ist die Deutsche Bank damit kein Vorreiter. Die Commerzbank erhielt bereits 2023 eine Lizenz für die Kryptoverwahrung. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verwahrt seit April 2024 Kryptowährungen für institutionelle Kunden.
Auch die DZ Bank erhielt Ende 2025 die MiCA-Zulassung für ihre Kryptoplattform meinKrypto. Niederländische Banken gehen vorsichtiger vor: ABN AMRO, Rabobank und ING bieten seit diesem Jahr Krypto-ETPs an. Diese börsengehandelten Produkte bilden den Kurs einer Kryptowährung ab.
Die Deutsche Bank erwägt bereits seit Ende 2020, Kryptowährungen für Kunden zu verwahren. Anfang desselben Jahres hatten die hauseigenen Ökonomen noch geschrieben, Bitcoin schwanke zu stark, um als Wertaufbewahrungsmittel zu dienen.
Im Februar 2023 beteiligte sich die Bank an einer Finanzierungsrunde des Schweizer Technologieunternehmens Taurus. Im Sommer folgte ein Lizenzantrag bei der Finanzaufsicht BaFin, im September 2023 wurde Taurus zum Technologiepartner.
Am 16. September dieses Jahres kündigte die Deutsche Bank den Start offiziell an. Die Zulassung nach der europäischen Kryptoverordnung MiCA folgte am 12. Oktober, wie aus dem Register der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA hervorgeht.
Über andere Geschäftsbereiche ist die Bank allerdings schon seit Jahren im Kryptomarkt aktiv.
Die Fondstochter DWS brachte im April 2024 gemeinsam mit Galaxy Digital zwei börsengehandelte Produkte auf Bitcoin und Ethereum an die Deutsche Börse. DWS ist außerdem an AllUnity beteiligt, dem Emittenten von EURAU.
Dieser Euro-Stablecoin wird künftig also auch vom Mutterkonzern verwahrt. Zudem ist die Deutsche Bank die Hausbank von Bitpanda und wickelt seit Juni 2024 Echtzeitzahlungen für deutsche Nutzer der Plattform ab.
Im Juni 2025 stellte die Bank zudem DAMA 2 vor, ein Konzept zur Tokenisierung von Fonds und anderen Vermögenswerten. Dabei werden diese als digitale Token abgebildet. Die Plattform basiert auf einer zusätzlichen Schicht auf der Ethereum-Blockchain (ETH).
Mit der reinen Verwahrung verdient die Bank wenig. Podobnik erklärte im September, das Angebot werde erst durch zusätzliche Dienstleistungen profitabel.
Diese sind bereits geplant. Die Deutsche Bank will Kunden bei der Umwandlung in Stablecoins und der Ausgabe digitaler Anleihen unterstützen. Hinzukommen sollen tokenisierte Einlagen, also Bankguthaben, die als Token auf einer Blockchain abgebildet werden.
Für Wachstum soll dabei Asien sorgen. Die Unternehmensbank will ihre Erträge von 2025 bis 2028 um durchschnittlich rund acht Prozent pro Jahr steigern, sagte Podobnik. Nach drei Jahren lägen sie damit gut ein Viertel höher.
Das dürfte anspruchsvoll werden. Standard Chartered und die spanische BBVA bieten bereits Kryptoverwahrung an. Die britische Standard Chartered verfügt zudem über ein großes Netzwerk in Asien. Bei ihrem Verwahrangebot arbeitet die Deutsche Bank neben Taurus auch mit Bitpanda zusammen.
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