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Im XRP-Chart ist ein bekanntes Warnsignal aufgetaucht: ein sogenanntes Death Cross, das viele Trader nervös macht. Der XRP-Kurs hat zuletzt bereits deutlich nachgegeben. Drohen nun weitere Verluste?
Ein Death Cross entsteht, wenn ein kurzfristiger gleitender Durchschnitt unter einen langfristigen fällt. Meist werden dafür die Durchschnitte der vergangenen 50 und 200 Tage betrachtet.
Bei XRP handelt es sich um exponentielle gleitende Durchschnitte, die jüngere Kurse stärker gewichten als ältere. Sie glätten die Schwankungen einzelner Tage und machen die Trendrichtung sichtbar.
Fällt der kurzfristige unter den langfristigen Durchschnitt, hat sich der Kurs in den vergangenen Wochen schwächer entwickelt als über den längeren Zeitraum. Trader werten das als Zeichen nachlassender Marktstärke.
Der Name klingt bedrohlich, doch das Signal beschreibt vor allem die Vergangenheit. Ein Durchschnitt folgt dem Kurs immer mit Verzögerung. In den langfristigen Durchschnitt fließen sogar noch Kurse von vor mehreren Monaten ein.
Deshalb kreuzen sich die Linien erst, wenn der Kurs bereits deutlich gefallen ist. Ein Death Cross bestätigt somit einen laufenden Abwärtstrend, sagt aber keine weiteren Verluste voraus.
Das erklärt auch, warum sich der XRP-Kurs nach den vergangenen Death Crosses durchaus positiv entwickelt hat.

Vergangene Woche fiel der 50-Tage-Durchschnitt unter den 200-Tage-Durchschnitt, der bei rund 1,37 Dollar liegt. Der XRP-Kurs notiert derzeit bei etwa 1,30 Dollar und damit unter beiden Linien.

Damit bestätigt das Chartbild eine Entwicklung, die schon länger zu beobachten ist. XRP notiert rund 15 Prozent unter dem Stand von vor einem Monat, 29 Prozent unter dem Jahresbeginn und 48 Prozent unter dem Niveau von vor einem Jahr.
Hinzu kommt, dass sich Käufer zurückhalten: Seit dem Kursanstieg im August ist das Handelsvolumen stark gesunken. Der jüngste Erholungsversuch scheiterte bei rund 1,40 Dollar. Anschließend fiel XRP auf etwa 1,26 Dollar zurück.
Dennoch setzen die meisten Händler auf steigende Kurse. An den Börsen Binance und OKX halten mehr als dreimal so viele Konten Long- wie Short-Positionen. Solche Long-Positionen werden häufig mit geliehenem Kapital finanziert.
Das macht den Markt anfällig. Fällt der Kurs zu weit, schließt die Börse eine solche Position automatisch. Diese sogenannte Liquidation kann weitere Zwangsverkäufe auslösen und den Kurs innerhalb kurzer Zeit stark nach unten drücken.
Ein erstes Warnsignal war bereits zuvor im Chart zu sehen. Am 19. Oktober fiel der exponentielle 20-Tage-Durchschnitt unter den 50-Tage-Durchschnitt. Das ist eine kurzfristigere und weniger beachtete Variante desselben Signals.
Der Chartanalyst ChartNerd wies heute darauf hin, dass auf dieses Signal beim letzten Mal deutliche Verluste folgten. Nach der Kreuzung am 19. Mai verlor XRP innerhalb von drei Monaten rund 28 Prozent und fiel bis Mitte August auf knapp unter einen Dollar.
Bei einem erneuten Rückgang in dieser Größenordnung würde XRP auf etwa 0,94 Dollar fallen. Ein einzelner Vergleichsfall ist allerdings eine dünne Grundlage für eine Prognose.
Positiv ist allerdings, dass sich XRP weiterhin über der wichtigen Unterstützung bei rund 1,30 Dollar hält. Die Käufer verteidigen das Niveau schon seit einiger Zeit und verhindern damit vorerst eine größere Korrektur.

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