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Die Aktien großer Kryptounternehmen haben am Freitag deutlich nachgegeben. Besonders stark traf es Coinbase nach enttäuschenden Quartalszahlen. Die US-Kryptobörse verzeichnete einen kräftigen Umsatzrückgang. Zugleich entfiel ein Großteil des Gewinns auf Wertzuwächse der eigenen Kryptobestände.
Auch Circle und Strategy verloren an Wert. Die Kursverluste fielen mit der Verunsicherung über den milliardenschweren Hackerangriff auf Binance zusammen.
Die Coinbase-Aktie fiel am Freitag um mehr als 13 Prozent. Die Kryptobörse hatte am Vortag ihre Quartalszahlen veröffentlicht, die einen deutlichen Rückgang der Erlöse zeigten.
Der Nettoumsatz sank im dritten Quartal um 34 Prozent auf 1,16 Milliarden Dollar. Zwar meldete Coinbase zugleich einen Nettogewinn von 719 Millionen Dollar. Dieser stammte jedoch zum größten Teil nicht aus dem operativen Geschäft.
Auch andere große Kryptounternehmen verzeichneten deutliche Kursverluste. Die Aktie des Stablecoin-Emittenten Circle verlor mehr als neun Prozent, die des Bitcoin-Unternehmens Strategy rund acht Prozent.
Die Aktie des Bitcoin-Miners und Rechenzentrumsbetreibers IREN büßte mehr als zehn Prozent ein. Figure Technology Solutions, ein Anbieter blockchainbasierter Finanzdienstleistungen, verlor rund neun Prozent.
Die Verkaufswelle fiel mit erheblicher Unruhe am Kryptomarkt zusammen. Am Donnerstag war die Kryptobörse Binance Opfer eines Cyberangriffs geworden, bei dem Coins im Wert von rund 6,3 Milliarden Dollar gestohlen wurden.
Der Hackerangriff verstärkte die Unsicherheit in der Branche. Wie stark er die Aktienkurse von Coinbase und anderen Kryptounternehmen beeinflusste, ist unklar.
Die Quartalszahlen von Coinbase zeigen, warum Anleger trotz des ausgewiesenen Gewinns wenig Anlass zur Begeisterung hatten.
Vom Nettogewinn in Höhe von 719 Millionen Dollar entfielen rund 715 Millionen Dollar auf Wertzuwächse der eigenen Kryptobestände. Es handelt sich damit überwiegend um Buchgewinne und nicht um Erträge aus dem laufenden Handelsgeschäft.
Ohne diese Wertzuwächse und nach weiteren Bereinigungen verblieb ein bereinigter Nettogewinn von 78 Millionen Dollar.
Das steht in deutlichem Gegensatz zu dem Gewinn von mehreren Hundert Millionen Dollar, den Coinbase auf den ersten Blick erzielt hatte. Zusammen mit dem Umsatzrückgang von 34 Prozent erklärt dies die kritische Reaktion der Anleger auf die Ergebnisse.
Es gab allerdings auch positive Entwicklungen. Coinbase erzielt zunehmend Erlöse mit Prognosemärkten. Dort können Nutzer Kontrakte auf den Ausgang künftiger Ereignisse handeln.
Auf das Jahr hochgerechnet erwirtschaftet das Unternehmen damit inzwischen mehr als 200 Millionen Dollar Umsatz.
Bei Strategy, das für seine umfangreichen Bitcoin-Bestände (BTC) bekannt ist, zeigte sich eine ähnliche Diskrepanz zwischen dem ausgewiesenen Gewinn und dem operativen Geschäft.
Das Unternehmen meldete für das dritte Quartal einen Nettogewinn von 19,53 Milliarden Dollar. Dieser ging überwiegend auf einen Wertzuwachs der Bitcoin-Bestände um 20,91 Milliarden Dollar zurück.
Der Milliardengewinn hing damit vor allem vom Bitcoin-Kurs ab und nicht vom Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen.
Der Umsatz aus dem operativen Geschäft sank unterdessen um drei Prozent auf 125,4 Millionen Dollar.
Für Anleger ist diese Unterscheidung wesentlich: Sowohl Coinbase als auch Strategy wiesen hohe Nettogewinne aus, die jedoch stark von der Bewertung ihrer Kryptobestände geprägt waren. Die Zahlen zum operativen Geschäft fallen weniger günstig aus.
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