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Die US-Kryptobörse Coinbase steht vor einer wichtigen Bewährungsprobe. Die schwache Lage am Kryptomarkt hat die Handelserlöse deutlich gedrückt. Analysten rechnen damit, dass das Unternehmen erneut einen Verlust ausweisen wird.

Am Donnerstagabend legt Coinbase seine Quartalszahlen vor. Anleger achten vor allem darauf, ob das Unternehmen inzwischen genügend Einnahmen abseits des Kryptohandels erzielt.

Coinbase droht Millionenverlust

Die Erwartungen an die Quartalszahlen von Coinbase sind wenig erfreulich. Analysten rechnen mit einem Verlust von 23 US-Cent je Aktie und einem Umsatz von 1,21 Milliarden Dollar. Das geht aus Daten des Finanzdatenanbieters FactSet hervor.

Ein Jahr zuvor war die Lage deutlich besser. Im dritten Quartal 2025 erzielte Coinbase noch einen Gewinn von 1,50 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 1,87 Milliarden Dollar. Der erwartete Umsatzrückgang liegt damit bei gut 35 Prozent.

Hauptursache ist die schwache Handelsaktivität am Kryptomarkt. Coinbase erzielt traditionell einen großen Teil seiner Einnahmen mit Transaktionsgebühren, die beim Kauf oder Verkauf von Bitcoin (BTC) und anderen Kryptowährungen anfallen.

Doch der Handel schwächelt. Analysten erwarten für das dritte Quartal ein Handelsvolumen von 137 Milliarden Dollar. Das wäre weniger als die Hälfte des Vorjahreswerts.

Auch das Vertrauen der Anleger in Coinbase hat nachgelassen. Die Aktie verlor innerhalb von zwölf Monaten 54 Prozent ihres Werts und schloss am Mittwoch bei rund 162 Dollar.

Coinbase will Abhängigkeit von Bitcoin verringern

Coinbase versucht seit Jahren, sich unabhängiger von den Schwankungen am Kryptomarkt zu machen. Das Unternehmen will auch dann Einnahmen erzielen, wenn Anleger weniger aktiv handeln.

Diese Strategie gewinnt offenbar an Bedeutung. Analysten gehen davon aus, dass inzwischen fast die Hälfte des Quartalsumsatzes auf Abonnements und andere Dienstleistungen entfällt.

Eine wichtige Einnahmequelle ist USDC, ein von Coinbase mitentwickelter Stablecoin. Der an den US-Dollar gekoppelte Coin verschafft dem Unternehmen Einnahmen, die weniger unmittelbar von kurzfristigen Kursschwankungen abhängen.

Zudem weitet Coinbase sein Angebot auf traditionelle Finanzmärkte aus. Nutzer können inzwischen auch Aktien und Investmentfonds handeln. Darüber hinaus setzt das Unternehmen auf Prognosemärkte, auf denen Teilnehmer Geld auf den Ausgang künftiger Ereignisse setzen können.

Auch künstliche Intelligenz spielt eine wachsende Rolle. Coinbase entwickelt digitale Wallets, mit denen KI-Systeme eigenständig Transaktionen und Zahlungen abwickeln können.

Dennoch steht das Geschäftsmodell unter Druck. Mehrere Analysten erwarten, dass Coinbase seine Transaktionsgebühren senken muss, wenn traditionelle Finanzinstitute ihr Engagement am Kryptomarkt ausbauen. Das könnte die Profitabilität weiter belasten.

Trump unterstützt Kryptobranche – politische Risiken wachsen

Neben der schwachen Handelsaktivität belastet Coinbase auch die politische Unsicherheit in den USA.

Das Unternehmen gehörte zu den wichtigsten Befürwortern des Clarity Act. Der Gesetzentwurf sollte klarere Regeln für Kryptounternehmen schaffen und große Teile des Kryptohandels der Aufsicht der US-Wertpapierbehörden entziehen.

Im September kam das Gesetzgebungsverfahren jedoch im Senat zum Stillstand. Für Coinbase war das ein erheblicher politischer Rückschlag.

Vorerst profitiert die Kryptobranche noch vom vergleichsweise lockeren Kurs der Aufsichtsbehörden unter Präsident Donald Trump. Seine Regierung steht digitalen Vermögenswerten grundsätzlich offener gegenüber als frühere US-Regierungen.

Das könnte sich jedoch ändern. In der kommenden Woche finden in den USA die Zwischenwahlen statt. Sollten die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus oder im Senat gewinnen, könnte der politische Druck auf Kryptounternehmen ab Januar zunehmen.

Für Coinbase kommt diese Unsicherheit zu einem heiklen Zeitpunkt. Das Unternehmen versucht, neue Einnahmequellen zu erschließen, während der klassische Kryptohandel immer weniger abwirft.

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