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China wird bei einem der größten Hypes rund um künstliche Intelligenz offenbar vorsichtiger. Die chinesische Finanzaufsicht soll strengere Anforderungen an Roboterunternehmen stellen, die an die Börse wollen. Damit steigt der Druck auf Firmen, die Milliardenbewertungen erreicht haben, kommerziell aber bislang wenig vorweisen können.

Der Schritt kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt. Investoren stecken Rekordsummen in humanoide Roboter, während weltweit die Debatte darüber zunimmt, ob Teile des KI-Sektors bereits eine Blase bilden.

China stellt drei Bedingungen für Roboterunternehmen

Die China Securities Regulatory Commission (CSRC) will nach Angaben dreier mit der Angelegenheit vertrauter Personen, dass chinesische Unternehmen im Bereich der sogenannten „Embodied AI“ vor einem Börsengang drei zentrale Voraussetzungen erfüllen.

Erstens müssen die Unternehmen nachhaltige Umsätze und kommerzielle Aufträge vorweisen können. Vielversprechende Technologie und das Interesse von Investoren reichen damit nicht mehr aus.

Zudem sollen die Verluste sinken. Einer der Quellen zufolge müssen die Unternehmen dafür sogar eine Prognose über drei Jahre vorlegen können.

Die dritte Bedingung betrifft die Technologie. Unternehmen müssen wichtige Technologien selbst besitzen, etwa im Bereich des „Gehirns“ oder der Hände eines humanoiden Roboters.

Nach Angaben einer der Quellen müssen Unternehmen möglicherweise nur zwei der drei Bedingungen erfüllen. Dennoch ist unklar, wie viele chinesische Roboterfirmen diese Hürde tatsächlich nehmen. Unter den Insidern ist die Erwartung daher auf nur wenige Börsengänge gesunken, möglicherweise sogar auf keinen einzigen.

Das ist bemerkenswert, denn allein in Hongkong sollen mindestens 24 Unternehmen aus diesem Sektor Unterlagen für einen Börsengang eingereicht haben. Seit Mai 2025 können Technologieunternehmen dort einen Börsenantrag vertraulich stellen.

Chinesische Unternehmen, die in Hongkong an die Börse wollen, benötigen zusätzlich die Zustimmung der CSRC. Die Börse Hongkong wollte die Berichte nicht kommentieren. Auch die chinesische Aufsicht äußerte sich zunächst nicht.

Roboterboom zieht Milliardeninvestitionen an

Die strengere Haltung folgt auf ein rasantes Wachstum der chinesischen Roboterbranche. In China gibt es inzwischen mehr als hundert Unternehmen, die humanoide Roboter entwickeln. Die Technologie ist Teil der breiteren chinesischen Strategie rund um „Embodied AI“, bei der künstliche Intelligenz mit Maschinen verbunden wird, die sich in der physischen Welt bewegen können.

Peking hat diese Technologie in den vergangenen zwei Jahren ausdrücklich unterstützt. Gleichzeitig warnten chinesische Behörden vor der Entstehung einer Blase rund um humanoide Roboter.

Diese Warnung kommt nicht von ungefähr. Im zweiten Quartal flossen nach Angaben des Datenanbieters Xiniu 47,09 Milliarden Yuan in den Sektor, umgerechnet rund 6,95 Milliarden Dollar. Das war mehr als doppelt so viel wie im ersten Quartal und mehr als sechsmal so viel wie ein Jahr zuvor.

Unitree wurde unterdessen zum bekanntesten Beispiel des chinesischen Roboterbooms. Das Unternehmen erhielt ein beschleunigtes Verfahren für seinen Börsengang in Shanghai und sammelte am 19. August rund 6,1 Milliarden Yuan ein, umgerechnet etwa 905 Millionen Dollar.

Am ersten Handelstag schoss die Aktie um mehr als 460 Prozent nach oben und schloss bei 845 Yuan. Die Euphorie hielt jedoch nicht an. Am Montag notierte die Aktie bei 459,65 Yuan und damit fast zur Hälfte unter dem ersten Schlusskurs.

Auch der Wettbewerber Ubtech steht unter Druck. Die in Hongkong notierte Aktie ist in diesem Jahr um mehr als vierzig Prozent gefallen. Zugleich verzeichnete das Unternehmen in der ersten Jahreshälfte noch einen operativen Verlust von 279 Millionen Yuan.

Zweifel an KI-Bewertungen nehmen zu

Gerade diese Kombination aus hohen Bewertungen und anhaltenden Verlusten sorgt für immer mehr Fragen. Unitree-Gründer Wang Xingxing warnte kurz nach dem Börsengang seines Unternehmens selbst, dass breite kommerzielle Anwendungen humanoider Roboter noch Jahre auf sich warten lassen könnten.

Damit berührt die Debatte über Roboter eine deutlich größere Frage an den Finanzmärkten. Verdienen KI-Unternehmen bereits genug Geld, um ihre enormen Bewertungen zu rechtfertigen?

Eine Untersuchung der Rhodium Group ergab in diesem Monat, dass chinesische KI-Unternehmen zusammen nur etwa zehn Prozent des Umsatzes von Anthropic und OpenAI erzielen. Bei chinesischen Unternehmen wie Moonshot und DeepSeek liegt das Verhältnis von Bewertung zu Umsatz dem Forschungsinstitut zufolge zudem deutlich höher als bei amerikanischen Konkurrenten.

Auch außerhalb Chinas fließt unterdessen weiterhin viel Geld in KI. Der Chipkonzern AMD gab am Montag bekannt, World Labs im Rahmen eines Aktiendeals für 8,2 Milliarden Dollar zu übernehmen. Das Startup der KI-Pionierin Fei-Fei Li entwickelt Modelle, mit denen virtuelle dreidimensionale Umgebungen erstellt werden können. Solche Umgebungen werden unter anderem bei der Entwicklung und beim Training humanoider Roboter eingesetzt.

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