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Der Chainlink-Kurs legt am Freitag kräftig zu. Chainlink (LINK) notiert inzwischen bei rund 14 Dollar und hat binnen 24 Stunden etwa 15 Prozent gewonnen. Damit entwickelt sich LINK stärker als viele andere große Kryptowährungen. Hinter dem Anstieg scheint jedoch nicht eine einzelne neue Meldung zu Chainlink zu stehen.
Die Erholung folgt auf eine unruhige Woche, in der die US-Zinsen den Kryptomarkt erneut unter Druck setzten. Zugleich häuften sich bei Chainlink in den vergangenen Tagen mehrere institutionelle Ankündigungen. Daraus ergibt sich eine auffällige Konstellation: kurzfristig makroökonomische Unsicherheit, zugleich aber wachsendes Interesse aus der traditionellen Finanzbranche.
Die wichtigste Erklärung für die Bewegung von LINK liegt derzeit im breiteren Marktumfeld. Robuste Konjunkturdaten aus den USA schürten in dieser Woche neue Zinssorgen.
Der US-PMI lag bei 58,4 und signalisiert damit ein solides Wirtschaftswachstum. Gleichzeitig stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf über fünf Prozent. Dadurch nahm die Erwartung zu, dass die Federal Reserve die Zinsen länger hoch halten oder erneut anheben könnte.
Bitcoin (BTC) geriet dadurch unter Druck und fiel von etwa 87.000 Dollar auf 84.000 Dollar. LINK rutschte zunächst ebenfalls ab, erholt sich am Freitag aber auffallend stark. Mit einem Plus von rund 15 Prozent und einem Kurs um 14 Dollar liegt Chainlink vor einem großen Teil des Marktes.
Das bedeutet nicht, dass am Freitagmorgen plötzlich bedeutende Nachrichten zu Chainlink veröffentlicht wurden. Der Anstieg scheint vor allem Teil der Erholung nach dem vorherigen Zinsschock zu sein. Die institutionellen Entwicklungen dieser Woche könnten LINK dabei zusätzlich stützen.
Eine der wichtigsten Entwicklungen kam bereits Anfang der Woche. Der IT-Konzern Infosys will Chainlink-Technologie in seiner Finanzsoftware standardisieren.
Das ist relevant, weil die Finanzinfrastruktur von Infosys weltweit mehr als 1,7 Milliarden Kundenkonten unterstützt. Unter die Zusammenarbeit fallen unter anderem CCIP, Chainlink Runtime Environment, Automated Compliance Engine, Proof of Reserve, Data Streams und Data Feeds.
Die potenzielle Reichweite ist damit enorm. Allerdings besteht ein wichtiger Unterschied zwischen Reichweite und tatsächlicher Nutzung.
Konkrete Banken, die die Technologie bereits in großem Umfang einsetzen, wurden nicht genannt. Auch finanzielle Details, konkrete Implementierungen und ein klarer Zeitplan fehlen. Die Zusammenarbeit öffnet Chainlink damit eine große Tür, belegt aber noch nicht, wie viel Umsatz oder Nachfrage nach LINK daraus am Ende entsteht.
Deshalb lässt sich der Kursanstieg vom Freitag nur schwer direkt auf Infosys zurückführen.
Infosys ist zudem kein Einzelfall. Auch Bottomline Global Pay Connect arbeitet mit Chainlink-Technologie. Über dieses Netzwerk können mehr als 600 Banken Zugang zu Infrastruktur für Blockchain-Zahlungen erhalten.
Auch Paxos Labs brachte in dieser Woche PAXGy auf den Markt, einen goldbezogenen Token, bei dem Chainlink zu den beteiligten Partnern zählt.
Darüber hinaus trat Chainlink-Gründer Sergey Nazarov auf der Fintech Conference der Federal Reserve Bank of Philadelphia auf. Dort nahm er gemeinsam mit Vertretern unter anderem von BlackRock und Vanguard an einer Podiumsdiskussion über Blockchain in der traditionellen Finanzbranche teil.
Das ist keine Billigung von Chainlink durch die Federal Reserve. Es zeigt aber, dass das Projekt immer häufiger dort präsent ist, wo Banken, Vermögensverwalter und Anbieter von Finanzinfrastruktur zusammenkommen.
Dieser Trend könnte in den kommenden Tagen erneut Aufmerksamkeit erhalten. Vom 28. September bis zum 1. Oktober findet Sibos statt, eine wichtige Veranstaltung für den internationalen Bankensektor. Chainlink steht dort erneut auf dem Programm.
Dem steht gegenüber, dass institutionelle Nutzung nicht automatisch bedeutet, dass Banken große Mengen LINK kaufen müssen. Technologien wie Payment Abstraction können dazu führen, dass Nutzer von Chainlink-Diensten LINK nicht direkt halten müssen.
Für den Kurs bleibt diese Unterscheidung wichtig.

Technisch bewegt sich LINK unterdessen in einer interessanten Zone. Im Bereich von 13,50 bis 13,90 Dollar lag zuvor ein Widerstand, mit einem Kurs um 14 Dollar versucht LINK nun den Ausbruch darüber. Hält der Kurs diese Zone überzeugend, rückt die Marke von 15 Dollar stärker in den Fokus. Auf der Unterseite bleibt der Bereich zwischen 12 und 12,40 Dollar eine wichtige Unterstützungszone.
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