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Die Cardano-Community steht vor einer ungewöhnlichen Entscheidung. Ein externes Unternehmen will rund 5 Millionen Dollar aus dem gemeinschaftlich verwalteten Cardano-Fonds in physisches Kupfer investieren. Das Metall soll später mit Gewinn verkauft werden, um das Fondsvermögen zu vergrößern.
Nach den eigenen Berechnungen des Unternehmens müsste der Kupferpreis allerdings um fast 50 Prozent steigen, damit die gesamte Investition wieder eingespielt wird.
Der Vorschlag stammt von Toto Finance. Das Unternehmen bildet physische Rohstoffe wie Kupfer durch digitale Token ab. Dafür beantragt es 22 Millionen Cardano (ADA) im aktuellen Gegenwert von rund 5 Millionen Dollar.
Das Geld soll aus dem gemeinschaftlich verwalteten Cardano-Fonds stammen. Dieser enthält ADA-Token, die die Community für Projekte einsetzen kann, die das Netzwerk und sein Ökosystem voranbringen.
Üblicherweise fließen diese Mittel etwa in technische Weiterentwicklungen und neue Anwendungen. Toto Finance will sie stattdessen am Rohstoffmarkt investieren.
Rund zwei Drittel des Betrags sollen in physisches Kupfer fließen. Gelagert werden soll es in einem gesicherten Lagerhaus nahe New Orleans in den USA.
Für jedes Pfund Kupfer wird anschließend ein digitaler Token namens CuTT ausgegeben. So will Toto Finance den Handel mit physischem Kupfer über die Blockchain ermöglichen.
Das Unternehmen will das Kupfer 18 bis 24 Monate halten und danach schrittweise verkaufen. Spätestens nach drei Jahren sollen die Erlöse und gegebenenfalls nicht verbrauchte Mittel an den Cardano-Fonds zurückfließen.
Die übrigen Millionen sind für Lagerung, Versicherungen, Prüfungen und die Umsetzung des Projekts vorgesehen.
Darin liegt zugleich das größte Risiko. Nach Angaben von Toto Finance muss der Kupferpreis um rund 49,4 Prozent steigen, damit sich die gesamte Investition amortisiert.
Das Unternehmen kalkuliert mit einem Kaufpreis von 6,73 Dollar je Pfund Kupfer. Um sämtliche Kosten zu decken, müsste der Verkaufspreis auf etwa 10,06 Dollar steigen.
Gründer Monty Metzger hält einen solchen Anstieg für möglich. In seinem Szenario verteuert sich Kupfer jährlich um 30 Prozent. Nach zwei Jahren entspräche das einem Gesamtanstieg von rund 69 Prozent.
Steigt der Kupferpreis jedoch nicht ausreichend, drohen der Cardano-Community Verluste. Auch ist nicht garantiert, dass der Fonds am Ende ebenso viele ADA zurückerhält, wie ihm ursprünglich entnommen wurden.
Toto Finance selbst könnte für die Technologie und die Umsetzung des Projekts bis zu 3,36 Millionen ADA erhalten. Zudem behält das Unternehmen die kommerziellen Rechte an der CuTT-Plattform.
Bemerkenswert ist, dass die Kupfer-Token zunächst auf Ethereum ausgegeben werden sollen. Über eine Verbindung zwischen den Blockchains sollen sie anschließend auch auf Cardano verfügbar sein. Die dafür erforderliche Technologie und die Sicherheitsprüfungen sind noch nicht abgeschlossen.
Der Zeitpunkt macht den Vorschlag besonders brisant. Für die laufende Haushaltsperiode steht Cardano ein Budget von maximal 500 Millionen ADA zur Verfügung.
Davon sind inzwischen rund 457,4 Millionen ADA verbraucht. Damit bleiben noch 42,6 Millionen ADA übrig.
Toto Finance beantragt für sein Vorhaben 22 Millionen ADA. Das ist mehr als die Hälfte des verbleibenden Budgets.
Die Community muss daher entscheiden, ob sie so viel Geld in Kupfer investieren will, statt damit andere Projekte im Cardano-Ökosystem zu finanzieren.
Die Abstimmung läuft bis zum 15. November. Erhält der Vorschlag genügend Unterstützung, kann Toto Finance mit der Umsetzung beginnen.
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