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Michael Burry schlägt erneut Alarm mit Blick auf den US-Aktienmarkt. Der Investor, der durch seine Vorhersage der Immobilienkrise 2008 bekannt wurde, verweist auf ein auffälliges Signal: Die Wall Street erlebt die längste Ruhephase seit Jahrzehnten.
Das klingt zunächst positiv. Burry zufolge könnte aber gerade diese Gelassenheit gefährlich werden. Zumal der Auftrieb am Markt immer stärker von einer kleinen Gruppe großer KI-Aktien abhängt.
Der technische Stratege Jonathan Krinsky von BTIG untersucht Handelstage, an denen mindestens 80 Prozent des Handelsvolumens an der New York Stock Exchange auf fallende Aktien entfallen.
Solche Sitzungen gelten als breite Verkaufstage, bei denen sich die Verluste nicht auf einen einzelnen Sektor oder wenige Aktien beschränken.
Krinsky zufolge hat die Wall Street inzwischen 182 Handelstage in Folge keinen solchen breiten Verkaufstag erlebt. Das ist die längste Serie seit mindestens drei Jahrzehnten und fast 50 Tage länger als der bisherige Rekord.
Historisch gesehen traten solche breiten Verkaufstage fast jedes Jahr mehrfach auf. Sollte 2026 ohne eine solche Sitzung enden, wäre das außergewöhnlich.
Das Problem: An der Oberfläche wirkt der Markt stabil, während die darunterliegende Marktstruktur anfälliger sein könnte.
Ein großer Teil der Indexgewinne geht auf eine Handvoll Megacaps zurück, die vom KI-Narrativ profitieren. Burry nennt Nvidia, Micron, Palantir, Tesla und Caterpillar als Aktien, die ihm Sorgen bereiten.

Einige dieser Unternehmen sind in passiven Indexfonds stark gewichtet. Dadurch können Kursbewegungen weniger Schwergewichte den gesamten Markt nach oben ziehen. Das funktioniert, solange das Narrativ trägt.
Verlieren Anleger jedoch das Vertrauen in KI-Ausgaben, Bewertungen oder Gewinnmargen, kann dieselbe Konzentration den Abwärtsdruck verstärken.
Burry vergleicht die aktuelle Lage mit früheren Marktphasen, in denen eine kleine Gruppe von Gewinnern den Markt getragen hat. Beispiele sind die Dotcom-Blase und Phasen vor größeren Korrekturen. In solchen Zeiten wirkt der Markt lange robuster, als er tatsächlich ist, bis die führenden Aktien unter Druck geraten.
Das heißt nicht, dass morgen ein Crash beginnt. Burry geht es vor allem darum, dass extreme Ruhe keine Sicherheit garantiert. Mitunter ist sie gerade ein Hinweis darauf, dass Anleger Risiken unterschätzen.
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