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Eine der größten Banken Lateinamerikas hat gestern als erste Bank Brasiliens ihre Kryptodienstleistungen offiziell bei der brasilianischen Zentralbank angemeldet.

Der Schritt erfolgt unter regulatorischem Druck: Seit diesem Jahr gelten in Brasilien strenge neue Kryptovorschriften. Wer die Frist in dieser Woche verpasst, muss sein Kryptoangebot einstellen.

Itaú meldet als erste Bank Kryptodienstleistungen an

Itaú Unibanco, Brasiliens größte Privatbank, hat am Dienstag ihre Anmeldung bei der brasilianischen Zentralbank eingereicht. Damit hat sie den Handel mit Kryptowährungen und deren Verwahrung offiziell angezeigt, berichtet die brasilianische Wirtschaftszeitung Valor Econômico.

Die Bank bietet 15 Kryptowährungen an, darunter Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und USD Coin (USDC). Itaú verwahrt die Coins ihrer Kunden selbst und fällt damit in die Kategorie der Kryptobroker.

Angaben zu Kundenzahlen und Handelsvolumen macht Itaú nicht, obwohl das Angebot seit fast drei Jahren besteht. Die Bank führte den Kryptohandel im Dezember 2023 über ihre Investment-App íon ein und öffnete ihn Ende 2025 für alle Privatkunden.

Die Vorbereitungen reichen noch weiter zurück. Bereits 2022 kündigte Itaú an, im Rahmen einer Tokenisierungsplattform Kryptowährungen für Kunden verwahren zu wollen.

Anmeldepflicht für Banken, Lizenzpflicht für Kryptounternehmen

Das neue Regelwerk, Resolution 520, trat am 2. Februar in Kraft. Anbieter, die bereits im Kryptogeschäft tätig waren, erhielten 270 Tage Zeit für die Anmeldung. Die Frist endet damit am Freitag, dem 30. Oktober – also übermorgen.

Für Banken mit bestehender Zulassung ist das Verfahren vergleichsweise einfach. Sie müssen ihre Tätigkeit lediglich anmelden, benötigen dafür allerdings ein unabhängiges technisches Gutachten. Reine Kryptounternehmen müssen dagegen eine vollständige Zulassung beantragen. Diesen Weg geht derzeit etwa die brasilianische Kryptobörse Mercado Bitcoin.

Wer die Frist verpasst, muss sein Kryptogeschäft innerhalb von 30 Tagen einstellen. Zudem dürfen Banken ab dem 6. November keine Geschäfte mehr mit Kryptoanbietern ohne Zulassung tätigen.

Brasiliens Kryptomarkt verlagert sich zu Großbanken

Für Kunden liegen die Vorteile vor allem in der Verwahrung. Zugelassene Anbieter müssen die Coins ihrer Kunden getrennt vom eigenen Vermögen halten und Mindestkapitalanforderungen erfüllen. Zudem gelten für sie dieselben Geldwäschevorschriften wie für Wertpapierbroker.

Das stärkt zwar den Verbraucherschutz, erhöht aber zugleich die Markteintrittshürden deutlich. Im Juli untersagte die Zentralbank kleinen Banken des Segments 5, für die vereinfachte Vorschriften gelten, das Angebot von Kryptodienstleistungen. Ab 2027 folgen noch strengere Sicherheitsanforderungen.

Eine weitere Vorschrift, Resolution 521, unterstellt Kryptotransaktionen den Devisenvorschriften. Überweisungen unter Beteiligung nicht zugelassener Anbieter dürfen dadurch höchstens 100.000 US-Dollar betragen. Das erschwert ausländischen Plattformen den Marktzugang.

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