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Die US-Futures notieren am Mittwoch leicht im Minus, während sich Anleger auf eine neue Welle von Quartalszahlen einstellen. Die Dow-Futures verloren rund 56 Punkte, die Futures auf den S&P 500 und den Nasdaq 100 gaben um 0,13 beziehungsweise 0,41 Prozent nach.

Nasdaq 100-futures beginnen de dag met een koersdaling.
Nasdaq-100-Futures starten mit einem Kursrückgang in den Handelstag. Quelle: TradingView

Damit scheint der Markt nach der Erholung vom Dienstag zunächst durchzuatmen. Damals beendeten die wichtigsten US-Indizes eine dreitägige Verlustserie, gestützt von starken Zahlen unter anderem von 3M und General Motors.

Auch Chipwerte legten zu. Der VanEck Semiconductor ETF gewann vier Prozent, weil Anleger vorsichtig in KI-nahe Aktien zurückkehrten.

Alles dreht sich um die Rendite von KI-Investitionen

Die zentrale Frage bleibt jedoch unverändert: Lassen sich die hohen Bewertungen im Technologiesektor durch tatsächliches Gewinnwachstum rechtfertigen?

Anleger wollen nicht mehr nur hören, dass Unternehmen weiterhin Milliarden in KI investieren. Sie wollen Belege dafür sehen, dass diese Ausgaben in Umsatz, Margen, freien Cashflow und künftiges Wachstum münden.

Deshalb ist diese Woche so wichtig. Alphabet, Tesla, IBM, Texas Instruments und ServiceNow legen Zahlen vor. Vor allem Alphabet und Tesla dürften viel über die Stimmung rund um KI, Cloud, Unternehmensinvestitionen und den breiteren Technologiezyklus aussagen.

Bei Alphabet richtet sich der Blick auf Google Cloud, KI-Ausgaben und die Frage, ob KI bereits sichtbar zur Profitabilität beiträgt. Bei Tesla geht es um Margen, Auslieferungen und die Glaubwürdigkeit der größeren KI- und Robotaxi-Story.

Bei IBM und ServiceNow achten Anleger darauf, ob Unternehmen ihre Technologie- und Softwarebudgets weiter erhöhen.

Samsung sucht KI-Engagement in Europa

Unterdessen steigt Samsung Electronics in Asien um mehr als 4 Prozent. Der Anstieg hängt teils mit der breiten Erholung bei Technologieaktien zusammen, aber auch mit Berichten, wonach Samsung in Mistral investieren will.

Samsung Electronics in de lift.
Samsung Electronics im Aufwind. Quelle: TradingView

Mistral zählt zu den wichtigsten europäischen KI-Unternehmen und gilt als strategische Antwort auf US-Anbieter wie OpenAI, Anthropic und Google DeepMind.

Samsung soll Hunderte Millionen Euro in einer Finanzierungsrunde investieren wollen, die Mistral mit rund 20 Milliarden Euro bewerten könnte.

Samsung ist nicht nur ein Chipproduzent, sondern positioniert sich zunehmend in der breiteren KI-Wertschöpfungskette. Eine Investition in Mistral würde zeigen, dass große asiatische Technologiekonzerne nicht nur auf US-Modelle setzen, sondern auch europäische Alternativen in den Blick nehmen.

KI wird zum geopolitischen Thema

Die mögliche Investition passt in eine breitere Entwicklung. KI wird zunehmend zu einem geopolitischen Thema. Die USA, China und Europa versuchen jeweils, Kontrolle über Modelle, Chips, Cloud-Kapazitäten und Daten zu gewinnen.

Für Europa ist Mistral wichtig, weil das Unternehmen zeigt, dass die Region im KI-Rennen noch eine Rolle spielen kann. Nicht nur als Regulierer, sondern auch als Entwickler eigener Technologie.

Für Samsung könnte eine Investition strategisch attraktiv sein. Der Konzern erhielte möglicherweise Zugang zu einem europäischen KI-Anbieter, während Mistral von Kapital, Hardware-Know-how und industrieller Skalierung profitieren könnte. Damit wird das KI-Wettrüsten erneut breiter als nur Nvidia, OpenAI und Microsoft.

Chipwerte erholen sich, Öl bleibt ein Risiko

In Asien zeigte sich am Mittwoch bei vielen Technologieaktien ein positives Bild. SK Hynix stieg um mehr als 5 Prozent. Auch Advantest, Tokyo Electron, Renesas und SoftBank legten zu.

SK Hynix im Erholungsmodus nach positivem Handelstag an der Wall Street. Quelle: TradingView

Das deutet darauf hin, dass Anleger nach der jüngsten Verkaufswelle wieder vorsichtig in KI-nahe Titel einsteigen. Dennoch bleibt das übergeordnete Marktbild anfällig. Der Ölpreis zog wegen der Spannungen im Nahen Osten weiter an. Brent-Öl wird inzwischen wieder bei rund 90 Dollar je Barrel gehandelt.

Brent-olieprijs weer in de buurt van 90 dollar per vat.
Brent-Ölpreis wieder nahe 90 Dollar je Barrel. Quelle: TradingView

Das ist für die Zinserwartungen relevant. Sollten höhere Ölpreise erneut Inflationsdruck erzeugen, könnte die US-Notenbank ihre Geldpolitik langsamer lockern oder ihren restriktiven Ton länger beibehalten. Besonders ungünstig wäre das für hoch bewertete Wachstumsaktien, bei denen künftige Gewinne stark in die Bewertung einfließen.

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