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Die Kryptobörse Bitget stellt ihre Dienstleistungen in Russland, Belarus und Kasachstan ein. Nutzer in diesen Ländern müssen spätestens am 21. Oktober ihre Handelspositionen schließen und ihre Coins abheben. Wer die Frist verstreichen lässt, riskiert, dass die Börse selbst eingreift.
Laut einem Bericht von The Insider vom 19. Oktober hat Bitget die drei Länder auf die Liste der Regionen gesetzt, in denen die Plattform keine Dienstleistungen mehr anbietet.
Die Einschränkungen werden schrittweise eingeführt. Seit dem 18. Oktober können betroffene Nutzer keine neuen Handelspositionen mehr eröffnen, Orders erteilen oder Abonnements abschließen.
Kunden haben bis zum 21. Oktober Zeit, bestehende Positionen zu schließen und ihre verbleibenden Guthaben abzuheben. Das gilt auch für Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und andere digitale Währungen, die sie bei der Börse verwahren.
Nach Ablauf der Frist kann Bitget offene Positionen automatisch schließen. Auch der Zugang zu den betroffenen Konten wird eingeschränkt. Nutzer mit noch offenen Positionen könnten dadurch die Kontrolle darüber verlieren, wann diese geschlossen werden.
Wie viele Kunden von der Maßnahme betroffen sind, wurde nicht bekannt gegeben. Den Berichten zufolge informiert Bitget die Nutzer per E-Mail und über die mobile App darüber, welche Schritte sie unternehmen müssen.
Bitget hat auch seine Nutzungsbedingungen angepasst. Demnach dürfen Kunden die geografischen Beschränkungen nicht mithilfe eines virtuellen privaten Netzwerks (VPN) umgehen.
Mit einem VPN können Internetnutzer ihren tatsächlichen Standort verbergen. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass sie sich aus einem anderen Land mit einer Handelsplattform verbinden.
Nach den geänderten Bedingungen ist dieses Vorgehen nicht zulässig, um weiterhin auf Bitget zugreifen zu können.
Die Kryptobörse behält sich außerdem das Recht vor, eigenständig Handelspositionen zu schließen, Auszahlungen einzuschränken und Coins in andere Kryptowährungen umzuwandeln.
Für Nutzer, die die Frist verpassen, kann das erhebliche Folgen haben. Sie können möglicherweise nicht mehr selbst entscheiden, wann ihre Anlagen verkauft oder umgewandelt werden. Auch ist unklar, welche Möglichkeiten ihnen anschließend noch bleiben, ihre Guthaben abzuheben.
Warum Bitget seine Dienstleistungen ausgerechnet in Russland, Belarus und Kasachstan einstellt, ist bislang unklar. Den vorliegenden Berichten zufolge hat die Börse auch nicht mitgeteilt, ob die Sperre vorübergehend oder dauerhaft gilt.
Der Entscheidung gingen Berichte über einen umfangreichen Cyberangriff voraus, von dem Bitget Ende September betroffen gewesen sein soll.
Diesen Berichten zufolge sollen Hacker Kryptowährungen im Wert von rund 351,6 Millionen Dollar erbeutet haben. Damit wäre es einer der größten Kryptodiebstähle des Jahres 2026. Weder das Ausmaß des mutmaßlichen Hacks noch die Betroffenheit von Bitget sind jedoch unabhängig bestätigt.
Ebenso wenig ist belegt, dass ein möglicher Cyberangriff mit der Entscheidung zusammenhängt, Nutzer aus den drei Ländern auszuschließen.
Zuvor waren Berichte über einen separaten Angriff auf eine andere Kryptobörse mit Verbindungen nach Russland erschienen. Dabei sollen mehr als 13 Millionen Dollar gestohlen worden sein. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen ist nicht nachgewiesen.
Für Kunden in den betroffenen Ländern ist vor allem die nahende Frist entscheidend. Sie müssen ihre Positionen schließen und ihre Guthaben abheben, bevor Bitget ab dem 21. Oktober weitere Einschränkungen umsetzt.
Was danach genau mit Guthaben geschieht, die noch auf der Plattform liegen, ist nicht vollständig geklärt. Aus den angekündigten Bedingungen geht jedoch hervor, dass Bitget unter bestimmten Umständen selbst in Handelspositionen und Auszahlungen eingreifen kann.
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