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Bitcoin (BTC) steht vor einem wichtigen Termin. Am Freitag verfallen Bitcoin-Optionen im Wert von rund 15 Milliarden Dollar. Händler blicken deshalb genau darauf, wie sich der Bitcoin-Kurs nach diesem großen Verfall entwickelt.
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Bitcoin notiert derzeit bei rund 84.000 Dollar und liegt seit August mehr als 30 Prozent im Plus. In den vergangenen Tagen ist die Rally jedoch ins Stocken geraten. Der Optionsmarkt könnte dabei eine wichtige Rolle spielen.
Im Bereich von 90.000 bis 95.000 Dollar liegen große Optionspositionen, die zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen könnten. Marktteilnehmer, die diese Optionen ausgegeben haben, könnten bei einem weiteren Anstieg Bitcoin verkaufen müssen, um ihr Risiko abzusichern. Sobald die Optionen am Freitag verfallen, könnte ein Teil dieser Belastung für den Bitcoin-Kurs wegfallen.
Am Optionsmarkt sind Händler deutlich stärker auf steigende als auf fallende Kurse positioniert. Das Verhältnis von Put- zu Call-Optionen liegt bei 0,70. Damit sind mehr Call-Optionen offen, mit denen auf einen höheren Bitcoin-Kurs gesetzt werden kann.
Vor allem bei 85.000, 90.000 und 100.000 Dollar liegen große Bestände an Call-Optionen. Diese Marken werden damit mit Blick auf Freitag wichtig, wenn Bitcoin-Optionen im Wert von rund 15 Milliarden Dollar verfallen.
Mehr als ein Drittel aller offenen Bitcoin-Optionen auf Deribit läuft am Freitag aus. Wegen dieses hohen Volumens können Kursbewegungen rund um wichtige Marken besonders stark ausfallen.
Bitcoin notiert mit rund 84.000 Dollar inzwischen deutlich über dem sogenannten Max-Pain-Niveau von 76.000 Dollar. Das ist der Kurs, bei dem die größte Zahl an Optionen wertlos verfallen würde. Gerade der große Abstand zum aktuellen Bitcoin-Kurs macht den bevorstehenden Verfall interessant.
Die große Zahl an Call-Optionen kann den Bitcoin-Kurs kurzfristig ausbremsen. Das hängt damit zusammen, wie die Verkäufer dieser Optionen ihr Risiko absichern.
Steigt Bitcoin weiter in Richtung 90.000 bis 95.000 Dollar, könnten diese Marktteilnehmer zusätzliche Bitcoin verkaufen müssen, um ihre Positionen im Gleichgewicht zu halten. Dadurch entsteht Verkaufsdruck genau in dem Moment, in dem der Kurs weiter steigen will.
Nach Einschätzung von Caroline Mauron, Mitgründerin des Derivatehändlers Orbit Markets, könnte dies erklären, warum die Rally derzeit gebremst wird. Sobald die Optionen am Freitag verfallen oder auf einen späteren Termin gerollt werden, könnte ein Teil dieses Verkaufsdrucks nachlassen.
Das bedeutet nicht, dass Bitcoin danach automatisch weiter steigt. Möglich ist aber, dass ein Faktor wegfällt, der den Kurs bis zum Verfall gebremst hat.
Ein Teil der Händler schaut inzwischen bereits über den Verfall am Freitag hinaus. Laut Jake Ostrovskis von Wintermute werden Optionspositionen in den Oktober und Dezember verschoben. Viele Händler wählen dabei Call-Optionen mit Ausübungspreisen zwischen 95.000 und 100.000 Dollar.
Auch weiter in der Zukunft liegen die Kursziele hoch. Für März 2027 wurden sogar Call-Optionen mit einem Ausübungspreis von 150.000 Dollar eröffnet. Das bedeutet allerdings nicht, dass Händler tatsächlich mit einem Bitcoin-Kurs auf diesem Niveau rechnen. Optionen werden auch zur Risikoabsicherung und für andere Handelsstrategien genutzt.
Der Verfall im Volumen von 15 Milliarden Dollar entscheidet daher nicht automatisch darüber, wohin sich der Bitcoin-Kurs als Nächstes bewegt. Oliver Carding von der Tesseract Group weist zudem darauf hin, dass nicht öffentlich bekannt ist, welche Parteien auf der Gegenseite der offenen Optionspositionen stehen.
Der Freitag wird vor allem deshalb wichtig, weil dann ein großer Teil der aktuellen Positionen ausläuft oder weitergerollt wird. Falls die damit verbundene Absicherung den Bitcoin-Kurs tatsächlich gebremst hat, könnte dieser Druck anschließend nachlassen. Das könnte größere Kursbewegungen ermöglichen.
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