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Die Rechenleistung des Bitcoin-Netzwerks hat den höchsten Stand seit sieben Monaten erreicht. Ein bekannter Analyst wertete das gestern als indirektes Kaufsignal der Wall Street.

Diese Deutung ist allerdings fragwürdig: Gerade die großen börsennotierten Miner nehmen immer mehr Maschinen vom Netz. Wer schließt also die Lücke?

Bitcoin-Hashrate erholt sich vom Sommertief

Laut dem Newsletter Miner Weekly von BlocksBridge Consulting liegt die durchschnittliche Bitcoin-Hashrate über sieben Tage wieder bei mehr als 1.000 Exahash pro Sekunde (EH/s). Das ist der höchste Stand seit dem 3. März.

Die Hashrate bezeichnet die gesamte Rechenleistung, mit der Miner das Netzwerk absichern. Daten von CryptoQuant zeigen für Mittwoch sogar rund 1.050 EH/s, nach etwa 726 EH/s im Juli. Das entspricht einer Erholung um rund 45 Prozent.

Ki Young Ju, Gründer und Chef von CryptoQuant, sieht darin ein indirektes Signal für mögliche Kursanstiege. Börsennotierte Miner finanzieren sich ihm zufolge überwiegend über traditionelle Finanzinstitute.

Eine höhere Hashrate erhöhe die Sicherheit des Netzwerks und stärke die fundamentalen Grundlagen von Bitcoin als Wertspeicher, schrieb er gestern auf X.

Wall Streets Rückzug aus dem Mining

Das klingt nach einer guten Nachricht, passt aber kaum zum Vorgehen der größten Miner. Immer mehr börsennotierte Unternehmen nutzen ihre Kapazitäten für künstliche Intelligenz (KI).

BlocksBridge hatte zuvor berichtet, dass die tatsächlich erbrachte Hashrate börsennotierter Miner um 23 Prozent gesunken sei. Ihre Umsätze mit KI und rechenintensiven Anwendungen stiegen dagegen innerhalb eines Quartals um 52 Prozent.

Mining-Geräte im Wert von rund 1,5 Milliarden Dollar sollen vom Netz genommen worden sein. Möglicherweise kaufen kleinere Miner diese gebraucht auf, etwa über den Anbieter Sazmining.

Wie viele Geräte tatsächlich von börsennotierten Minern stammen, ist laut BlocksBridge unklar. Vereinzelt bauen Unternehmen ihre Kapazitäten jedoch aus: Die NIP Group (NIPG) kauft bereits laufende Maschinen mit einer Leistung von 4,47 EH/s hinzu.

Keine Entlastung für die übrigen Miner

Den Minern, die im Geschäft bleiben, bringt die Verlagerung hin zur KI wenig. Die Mining-Schwierigkeit, die das Netzwerk etwa alle zwei Wochen anpasst, stieg am 16. Oktober um 5,92 Prozent.

BlocksBridge rechnet bei der nächsten Anpassung mit einem weiteren Anstieg um 5,16 Prozent. Damit bleibe den übrigen Minern kaum die Entlastung, die sie sich vom Wechsel ihrer Konkurrenten ins KI-Geschäft hätten erhoffen können, schrieb das Beratungsunternehmen.

Auch der Bitcoin-Kurs belastet die Miner. Bitcoin notiert gut ein Viertel unter dem Niveau vom Oktober 2025, als die Hashrate ihren Rekord von 1.305 EH/s erreichte.

Die Hashrate liegt dagegen nur 20 Prozent unter diesem Höchststand. Die Miner konkurrieren damit bei geringeren Erlösen um die Bitcoin-Erträge. Trifft die Schätzung von BlocksBridge zu, müssen sie für jeden Bitcoin demnächst rund 11,4 Prozent mehr Rechenleistung aufwenden als Anfang Oktober.

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