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Dass Bitcoin (BTC) derzeit unter Druck steht, ist auch ohne technische Analyse erkennbar. Vergangene Woche verbuchte die Kryptowährung den dritten Wochenverlust in Folge – eine Serie, die es seit mehreren Monaten nicht mehr gegeben hatte. Dennoch sieht Newsbit-Chartanalyst Ivo Melchers einige ermutigende Signale.
Bitcoin durchläuft derzeit die schwächste Phase seit fünf Monaten. In den vergangenen drei Wochen ist der Kurs um rund neun Prozent gefallen.
Zuletzt gab der Kurs immer weiter nach. Am Samstag erreichte er mit 79.160 US-Dollar den niedrigsten Stand seit dem 18. September. In der vergangenen Nacht wurde dieses Tief beinahe erneut unterschritten.
Inzwischen hat sich Bitcoin auf rund 80.400 US-Dollar erholt. Wie Melchers zeigt, haben die Käufer damit erneut die untere Trendlinie eines sogenannten fallenden Keils verteidigt.

Diese Chartformation ähnelt der zuvor beobachteten Bullenflagge. Allerdings fällt die obere Begrenzungslinie stärker als die untere, sodass beide Linien aufeinander zulaufen.
Das deutet auf eine nachlassende Kraft der Verkäufer hin. Während jedes neue Hoch deutlich niedriger ausfällt, liegen die neuen Tiefs nur noch knapp unter den vorherigen. Der Verkaufsdruck lässt also allmählich nach, während Käufer zunehmend früher einsteigen.
Nach einem Kursanstieg gilt diese Formation als Unterbrechung des Aufwärtstrends. Bestätigt wird sie erst, wenn Bitcoin auf Tagesschlussbasis über die obere Begrenzungslinie ausbricht. Diese verläuft derzeit bei rund 83.000 US-Dollar. Gelingt der Ausbruch, rückt das Hoch bei etwa 87.000 US-Dollar wieder in den Blick.
Es besteht allerdings auch ein Abwärtsrisiko. Fällt der Kurs unter 79.000 US-Dollar, ist die Formation hinfällig. Als nächste Unterstützung käme dann das Tief von Mitte September bei rund 75.000 US-Dollar infrage.
Heute profitiert Bitcoin vom sinkenden Ölpreis. Der Iran-Krieg sorgt jedoch weiterhin für erhebliche Unsicherheit. Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran kommen offenbar nur schleppend voran, und die Sorge vor einer weiteren Eskalation wächst.
Zusätzliche Unsicherheit bringen die bevorstehenden Zwischenwahlen in den USA. Auch Aktien aus dem KI-Sektor stehen seit einiger Zeit unter Druck. Anleger hinterfragen zunehmend die enormen Investitionen und die Zeit, die es braucht, bis sie sich rechnen.
Die Unterstützung oberhalb von 80.000 US-Dollar hatte lange gehalten. Gestern schloss der Kurs jedoch unter dieser Marke. Ein massiver Abverkauf muss deshalb aber nicht unmittelbar bevorstehen.

Gleichzeitig gibt es einige Signale, die für steigende Kurse sprechen. Der Kurs fällt zwar weiter, doch die Abwärtsbewegung verliert zunehmend an Dynamik.
Diese Divergenz zeigt sich bei zwei bekannten Indikatoren. Der Relative Strength Index (RSI) misst auf einer Skala von 0 bis 100, wie stark der Kurs zuletzt gestiegen oder gefallen ist. Der Moving Average Convergence Divergence (MACD) vergleicht einen kurzfristigen mit einem längerfristigen Kursdurchschnitt und zeigt damit Veränderungen der Kursdynamik an.
Bei beiden zeigt sich dasselbe Bild: Der Kurs liegt weiterhin über dem Tief des Vormonats, während die Indikatoren tiefere Tiefstände erreicht haben. Das wird als versteckte bullische Divergenz bezeichnet.

Die Indikatoren haben also deutlich nachgegeben, während sich der Kurs vergleichsweise stabil hält. Der RSI fiel gestern sogar auf den niedrigsten Stand seit dem 1. Juli.
Auch das deutet auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends hin. Sollte Bitcoin dennoch weiter fallen, wäre der 50-Wochen-Durchschnitt eine wichtige Unterstützung. Er liegt derzeit bei rund 76.000 US-Dollar.
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