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US-amerikanische Bitcoin-ETFs haben am Freitag erhebliche Abflüsse verzeichnet. Anleger zogen an einem einzigen Tag Hunderte Millionen Dollar aus den Fonds ab. Damit wurden fast zwei Drittel der Nettozuflüsse des gesamten Jahres 2026 aufgezehrt.
Die Abflüsse folgen auf den milliardenschweren Hackerangriff auf Binance und zeigen, dass auch Großanleger bei Bitcoin (BTC) vorsichtiger werden.
Laut Daten von Newsbit zogen Anleger am Freitag, dem 30. Oktober, netto 643,2 Millionen Dollar aus US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs ab. Das ist der höchste Tagesabfluss seit dem 25. Juni, als 696,3 Millionen Dollar aus den Fonds abgezogen wurden.
Zudem zählt der Abfluss zu den zwölf höchsten seit der Einführung der Bitcoin-ETFs im Januar 2024.
Für die Jahresbilanz ist das ein erheblicher Rückschlag. Bis Freitag hatten die Fonds 2026 netto etwas mehr als eine Milliarde Dollar an frischem Kapital eingesammelt. Davon wurden an einem einzigen Handelstag 63,6 Prozent aufgezehrt. Damit fällt der Nettozufluss für das laufende Jahr nur noch knapp positiv aus.
Die höchsten Abflüsse verzeichneten BlackRock und Fidelity. Aus dem IBIT-Fonds von BlackRock flossen 233,7 Millionen Dollar ab, während Anleger aus dem FBTC-Fonds von Fidelity 201,4 Millionen Dollar abzogen.
Das Gesamtvermögen der US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs sank damit auf rund 98,14 Milliarden Dollar.
Über diese Fonds können Anleger in Bitcoin (BTC) investieren, ohne selbst Coins kaufen oder verwahren zu müssen. Da auch große Finanzinstitute die ETFs nutzen, geben die Kapitalflüsse Aufschluss über das Interesse professioneller Anleger an Bitcoin.
Die hohen Abflüsse aus den Bitcoin-ETFs folgten auf den milliardenschweren Hackerangriff auf die Kryptobörse Binance. Dort wurden am Donnerstag Kryptowerte im Wert von rund 6,3 Milliarden Dollar gestohlen. Es war der bislang größte Kryptodiebstahl.
Nach Einschätzung von Nick Forster, Gründer der Handelsplattform Derive, stand der Kryptomarkt bereits unter Druck. Der Hackerangriff habe die Unsicherheit zusätzlich verstärkt und dürfte zu den hohen ETF-Abflüssen beigetragen haben. Wie groß dieser Einfluss tatsächlich war, ist unklar.
Auch andere Kennzahlen deuten derzeit auf Zurückhaltung bei den Anlegern hin. So lag die sogenannte Coinbase-Prämie zwischen minus 0,18 und minus 0,27 Prozent. Bitcoin wurde auf der US-Kryptobörse Coinbase also günstiger gehandelt als auf anderen großen Handelsplattformen. Das kann auf eine geringere Kaufbereitschaft US-amerikanischer Anleger hindeuten.
Zudem fiel der Crypto Fear & Greed Index auf etwa 30 bis 34 Punkte. Der Index misst die Stimmung der Anleger am Kryptomarkt. Niedrige Werte signalisieren Angst und Unsicherheit.
Nach Einschätzung des Analysehauses Bitfire Research zeigen die ETF-Abflüsse, die negative Coinbase-Prämie und der niedrige Stimmungsindex gemeinsam, dass die Nachfrage nach Bitcoin derzeit unter Druck steht.
Bitcoin (BTC) steht vor einer wichtigen Woche. Neben den hohen ETF-Abflüssen dürften mehrere anstehende Ereignisse die Finanzmärkte bewegen.
Am Dienstag, dem 3. November, finden in den USA die Zwischenwahlen statt. Dabei steht die republikanische Mehrheit im Kongress auf dem Spiel. Der Wahlausgang könnte maßgeblich bestimmen, welchen Spielraum Präsident Donald Trump bei der Umsetzung seiner Wirtschafts- und Kryptopolitik hat.
Am Freitag, dem 6. November, folgt der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober. Anleger achten vor allem darauf, welche Folgen die Daten für die Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) haben könnten.
Eine weitere Abkühlung am Arbeitsmarkt könnte Zinssenkungen wahrscheinlicher machen. Starke Beschäftigungszahlen könnten die Fed dagegen veranlassen, die Zinsen länger auf hohem Niveau zu halten. Für Bitcoin ist das relevant, weil niedrigere Zinsen risikoreiche Anlagen in der Regel attraktiver machen.
Auch beim Indexanbieter MSCI stehen mögliche Änderungen an. Er arbeitet an neuen Regeln für Unternehmen, deren Schwerpunkt auf dem Halten von Kapitalanlagen statt auf einem operativen Geschäft liegt.
Die Bitcoin-Unternehmen Strategy und Metaplanet gelten dabei als mögliche Kandidaten für einen Ausschluss aus bestimmten Aktienindizes. In diesem Fall könnten Fonds, die diese Indizes nachbilden, zum Verkauf der Aktien gezwungen sein. Das könnte die Aktienkurse beider Unternehmen zusätzlich unter Druck setzen.
Die kommenden Handelstage dürften zudem zeigen, ob sich die Nachfrage nach Bitcoin-ETFs erholt. Nach den Abflüssen vom Freitag ist von den gesamten Nettozuflüssen des Jahres 2026 nur noch wenig übrig.
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